Zwei Klöster in einem

Ein neuer Bildband über die niederösterreichische Benediktinerabtei Altenburg wurde in der Bibliothek des Stiftes präsentiert. Erstmalig werden in dem im "Brandstätter"-Verlag erschienenen Band in Text und Bild zwei (übereinander liegende) Klosteranlagen vorgestellt: Das seit 1983 archäologisch ergrabene "Kloster unter dem Kloster" aus dem 12. bis 14. Jahrhundert und das Barockstift des 18. Jahrhunderts als "barocker Kosmos".

Namhafte Autoren, die am Institut für Kunstgeschichte in Wien, an der Akademie der Wissenschaften in Wien oder im Bundesdenkmalamt arbeiten, konnten gemeinsam mit dem Prior des Stiftes Altenburg, P. Albert Groiß, und dem Kunsthistoriker Werner Telesko für die neuen Beiträge über das Kloster, seine Geschichte und Kunst, aber auch über das Klosterleben im beginnenden 21. Jahrhundert gewonnen werden. Die neuen Fotoaufnahmen lieferten Prof. Gerhard Trumler, Andrea Sulzgruber und P. Albert Groiß.

Die Besucher des als "Barockjuwel des Waldviertels" bekannten Benediktinerstiftes werden seit einigen Jahren durch eine mittelalterliche Anlage überrascht, die in den letzten Jahren als "Kloster unter dem Kloster" durch Archäologen behutsam freigelegt und restauriert werden konnte. Zeugen der benediktinischen Präsenz seit dem 12. Jahrhundert verbinden sich hier mit dem ersten großen Klosterumbau im 14. Jahrhundert und werden durch einen mächtigen barocken Klosterpalast überhöht, für den Abt Placidus Much die besten Künstler und Handwerker des 18. Jahrhunderts gewinnen konnte: Den Baumeister Josef Munggenast, den Freskomaler Paul Troger und seinen Schüler Johann Jakob Zeiller sowie den Stukkateur Johann Michael Flor. "Mäßigung", "Weisheit" und "Liebe" bilden das durchkomponierte Programm der barocken Klosteranlage, das in den Außenfiguren, Stukkaturen und Fresken entfaltet wird.

Die Mönchsgemeinschaft von Altenburg bemüht sich neben der Pfarrseelsorge nicht nur um die Erhaltung und Revitalisierung der weitläufigen Klostergebäude, sondern auch um die Pflege und Anlage von Gärten und den schöpfungsverantwortlichen Umgang mit ihren Feldern und Wäldern.