"Zurück in die Zukunft mit Bischof Ambrosius"

Jahrhunderte hindurch verkannt und in Vergessenheit geraten wurde erst in den letzten Jahrzehnten die Fülle seiner Schätze wieder hervorgebracht: Die Rede ist von Bischof Ambrosius von Mailand. Herr Ambrosius Roland Straka, Augustinerchorherr aus dem Stift Herzogenburg befasste sich im zweiten Teil der Vorlesungsreihe "Die Gottesfrage des heutigen Menschen" in der Phil.-Theol. Hochschule der Diözese St. Pölten mit der Person des Theologen aus dem 4. Jahrhundert. In der Literatur wurden ihm oft große Lücken theologischen Wissens vorgeworfen. Dennoch: Der große Kirchenlehrer Augustinus beorderte Schriften von Ambrosius, erwähnte dessen Namen in seinen Schriften 400mal und bezeichnet den Mailänder Bischof 33 Jahre nach dessen Tod als "seinen Lehrer", erläuterte Straka.

Es waren sein guter Ruf als Präfekt von Mailand und vielleicht die Tatsache, dass in Kaiser Valentinian als Schlichter in den Streitigkeiten um die Neubesetzung des Bischofsstuhls von Mailand einsetzte, warum die Gläubigen Ambrosius unbedingt als Bischof sehen wollten. Kaum getauft wurde der gut gebildete Jurist und Rhetoriker zum Bischof geweiht. Da er vieles nachzuholen hatte, dürfte er die meiste Zeit mit dem Studium der Hl. Schriften verbracht haben, so Straka. Zu hinterfragen bleibe, wie er sein unglaubliches Schrifttum entfalten habe können.

Ambrosius war ein Verfechter der Trinitätslehre gegenüber Häretikern wie den Arianern die den Vater allein als Gott betrachteten und Verteidiger des Glaubensbekenntnisses, wie es im ökumenischen Konzil von Nicäa 325 festgelegt wurde. Immer wieder betonte er in seinen Briefen und Schriften die Anbetungswürdigkeit der drei göttlichen Personen. Für die soziale Frage seiner Zeit suchte Ambrosius nicht nur theoretische Antworten aus der Schrift, sondern drängte dazu, Jesus in diesem Bereich nachzufolgen. Ambrosius äußerte sich auch über die rechte Auffassung der Amtsträger der Kirche: Ein Priester wäre zunächst "ein Schweigender, um nicht aus sich, sondern aus dem, was Gottes ist zu reden."