"Zukunftskonferenz" für neue Wege

Die Zentralangestellten der Diözese St. Pölten befassten sich Ende September in einer "Zukunftskonferenz" mit den aktuellen und kommenden Herausforderungen der Kirche und Diözese. Fast alle DienstnehmerInnen, über 230, waren anwesend. Die Zukunftskonferenz fand im Rahmen des Entwicklungsprozesses zu einem neuen Pastoralplan statt. Wie Bischof DDr. Klaus Küng in seinen Einleitungsworten betonte, gehe es in den Gesprächen und Überlegungen um eine "gesunde Entwicklung" der Diözese. Es gelte, möglichst allen Menschen heute und in Zukunft Gottesbegegung in den konkreten Lebensumständen zu ermöglichen. In über 30 Arbeitsgruppen und im gemeinsamen Plenum haben sich die TeilnehmerInnen mit der Geschichte der Diözese auseinandergesetzt, miteinander diskutiert, Höhen und Tiefen ausgelotet und sind miteinander ins Gespräch gekommen. "Wir wollen nicht sofort beginnen neue Strukturen zu bauen, sondern die Sehnsucht nach Veränderung, Neuerung und eine positive Zukunft wecken", meint der Begleiter des Entwicklungsprozesses, Mag. Egbert Amann-Ölz und verwies auf die auch im Hirtenwort zur Erneuerung erwähnte Erzählung Antoine de Saint Exuperys über den Bau eines Schiffes: "Wenn du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Menschen zusammen um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Menschen die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer".

In sehr unterschiedlichen und vor allem kreativen Präsentationen wurden die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen vorgestellt, sei es als kurze Erzählung, Sketch oder auch in Form eines Gedichtes oder Liedes. Die MitarbeiterInnen äußerten sich sehr positiv über den Austausch mit den Mitgliedern des Leitungsteams an allen drei Tagen: Bischof Klaus Küng, Weihbischof Anton Leichtfried, Generalvikar Leopold Schagerl, Pastoralamtsdirektor Wilfried Kreuth und die Vorsitzende-Stellvertreterin der Kath. Frauenbewegung, Anna Rosenberger, waren für alle MitarbeiterInnen erlebbar, sichtbar und nahe.

Bischof DDr. Klaus Küng beurteilte die Konferenz positiv."Alle waren mit dem Herzen dabei, das stimmt mich hoffnungsvoll und froh". Er sehe viele Ansätze und Vorschläge, die realisierbar seien. Der Bischof äußerte den Wunsch, dass die Mitarbeiter vor allem "den guten Draht zu Gott" beibehalten. Entscheidend sei es, auf Christus hinzuhören, was er wolle. Das sei eine unabdingbare Voraussetzung für die Fruchtbarkeit der Arbeit. sagte Bischof Küng. Er machte den Anwesenden Mut, sich vor der Zukunft nicht zu fürchten, sondern mit Zuversicht und Freude gemeinsam die nächsten Schritte zu gehen. Die Kirche wisse sich der christlichen Soziallehre verpflichtet. Niemand werde auf die Straße gestellt. Erwartet werde die Bereitschaft, wenn erforderlich auch an einer anderen Stelle tätig zu sein. Bei größeren Veränderungen werden soweit möglich die natürlichen Abgänge (Pensionierungen oder Ausscheiden) genützt. Es könne aber schon auch geschehen, dass jemand zur Erkenntnis gelangt, sich beruflich neu zu orientieren.

Die stellvertretende Vorsitzende der Kath. Frauenbewegung und einzige Frau im Leitungsteam ergänzte: Um die Zukunft zu bewerkstelligen kann man den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel zumuten und zutrauen. Weihbischof Dr. Anton Leichtfried äußerte den Wunsch, dass jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin an dieser Zukunftskonferenz Nutzen daraus ziehe, "für sich selbst, für die Arbeit und für die Diözese". Pastoralamtsdirektor Msgr. Wilfried Kreuth beobachtete, dass aus der Platz-Not am letzten Tag (man musste vom Wifi ins Hippolythaus übersiedeln) eine Tugend geworden sei: auf zwei Säle aufgeteilt kommunizierten die MitarbeiterInnen von Domplatz und Kirchenbeitragsstellen auf der einen Seite und Klostergasse und Außenstellen auf der anderen Seite über Ton- und Bildverbindung miteinander. Dieses Miteinander soll nun im Alltag weitergeführt und -entwickelt werden.

Die Rückmeldungen der TeilnehmerInnen waren großteils positiv, wobei kritische und skeptische Stimmen nicht fehlten. Die größte Sorge und zugleich Hoffnung sei dabei, dass die erarbeiteten Maßnahmen auch umgesetzt werden, bekundeten die MitarbeiterInnen. Es ist klar, dass in nächster Zeit viel inhaltliche Arbeit erforderlich ist. Auch die Arbeit an den Strukturen wird unerlässlich sein.