Zehn Jahre Betriebsseeslsorgezentrum Schneckgasse

Vor zehn Jahren eröffnete die Betriebsseelsorge St. Pölten ihre Räumlichkeiten in der Schneckgasse in St. Pölten. Es begann eine rege Tätigkeit: Gesprächsrunden über Leben und Glaube, Gottesdienste, Jugendtreffs, Diskussionsrunden, Bibelgespräche, Vernissagen und weitere Events sowie Feste mit Jugendlichen und Asylanten. Heute kann die Betriebsseelsorge auf diese Zeit mit vielen Höhepunkten, aber auch schwierigen Zeiten zurückblicken. Mit einem Wortgottesdienst am Vorabend des Christkönigsfestes, dem 20. November, feierte sie mit dem der Direktor des Pastoralamtes, Msgr. Wilfried Kreuth und Dechant Ernst Bergmann sowie weiteren Mitarbeitern und Aktivisten ihr Bestehen.

Die in Gott begründete Würde eines jeden Menschen, der Einsatz für die Schwächeren der Gesellschaft und die Einheit von Glaube und Leben seien die Grundlage für die Arbeit der Betriebsseelsorge, sagte ihr Leiter, Mag. Sepp Gruber. Seit zehn Jahren ist dieses Haus auch zur Anlaufstelle für Schubhäftlinge und Asylwerber geworden, wies er hin. Vielen von ihnen konnte zu einem menschenwürdigen Leben in Österreich verholfen werden, doch in einige Fällen gab es Enttäuschungen wie die Abschiebungen von vergeblich um Hilfe suchenden Menschen in ihre unsicher gewordene Heimat. In den letzten Jahren habe sich das Hauptaugenmerk auf die Problematik der Arbeitslosigkeit, des Arbeitsverbotes von Ausländern, der Verschuldung von immer mehr Menschen und der psychischen Probleme verlagert.

In einer Einspielung aus einer Rede des Stuttgarter Betriebsseelsorgers Paul Schobel wies dieser auf die heutige Problematik der Arbeit in einer kapitalistischen Gesellschaft hin. Der Mensch werde darin immer mehr zu einem reinen Kostenfaktor ohne Würde und Rechte, bedauerte dieser und stellte dem Aspekte einer "guten Arbeit" gegenüber: Gute Arbeit müsse Sinn geben, sie müsse verlässlich und selbstbestimmend sein, müsse Identität vermitteln, kommunikativ und sozial verträglich sein und dem Leben dienen.