"Wo wir helfen können, dürfen wir nicht vorübergehen"

Betriebsseelsorger Franz Sieder betonte bei einem "Gottesdienst für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung" im Zentrum der Betriebsseelsorge St. Pölten die Wichtigkeit der caritativen Hilfe und den Auftrag an die Christen zur "grundlegenden Veränderung der ungerechten Strukturen". "Es ist zu wenig, die Situation des Leidens jener Menschen, die am Rande der Straße dieser Welt ausgeplündert und wund geschlagen liegen, aufzuzeigen", erläuterte Kaplan Franz Sieder am Beispiel des Gleichnisses vom barmherzigen Samariter (Lk 10, 25-37). "Für den Christen und die Christin ist das Tun entscheidend. Wo wir helfen können, dürfen wir nicht vorübergehen. Diese caritative Hilfe ist sehr wichtig. Es geht aber auch darum, Verhältnisse zu schaffen, wo die Menschen nicht ausgegrenzt und in die Armut getrieben werden.


Martin Luther King habe - im Bezug auf das Gleichnis vom barmherzigen Samariter - gesagt, dass es bei Nächstenliebe im Sinne Jesu genauso wichtig sei, sich dafür einzusetzen, dass es eines Tages keine Räuber mehr gäbe, die andere wund schlagen und ausplündern.


"Die Räuber sind nicht einfach nur konkrete Menschen, sondern sie sind in erster Linie Strukturen", sagte Sieder. Es gehe um eine grundlegende Veränderung der ungerechten Strukturen, die immer neues Leid produzieren.


Betriebsseelsorge St. Pölten