Wir haben einen geschätzten und verständnisvollen Freund verloren"

Die Todesnachricht von Msgr. Wilfried Kreuth hat die Kath. Aktion völlig unvorbereitet getroffen. Obwohl sein Gesundheitszustand schon seit längerem etwas angeschlagen war, schien sein Krankenhausaufenthalt keinen Anlass zu ernsthafter Sorge zu geben. Um so mehr hat uns sein plötzliches Ableben wie ein Schlag getroffen, sagt Roman Fröhlich, Präsident der Katholischen Aktion zum plötzlichen Ableben von Msgr. Wilfried Kreuth. Mit Msgr. Kreuth verliert die KA nicht nur ihren auch über Diözesangrenzen hinweg anerkannten Generalassistenten, sondern auch ihren profiliertesten Protektor, ich persönlich und viele meiner Mitarbeiter in der Kath. Aktion einen geschätzten und verständnisvollen Freund.


Als er an der Sitzung des KA-Präsidiums am 8. April teilnahm, dachte niemand daran, dass dies unsere letzte offizielle Begegnung ist. Er nahm damals den Besuch von Weihbischof Dr. Anton Leichtfried zum Anlass, ein Plädoyer für die Anerkennung der spirituellen Arbeit in den KA-Gliederungen zu halten. Für ihn eher ungewöhnlich in sehr emotionaler Form. Aus heutiger Betroffenheit fasse ich das als eine Art Vermächtnis auf, uns weiterhin für das Apostolat der Laien und die Weitergabe des Glaubens im Alltag einzusetzen.


Aus seinen Aufgaben als Direktor des Pastoralamtes, als Mitglied des bischöflichen Konsistoriums und als Generalassistent der KA, aber auch unzähliger anderer hauptverantwortlicher Funktionen ergaben sich für ihn naturgemäß Interessenskonflikte. Das belastete ihn oft psychisch sehr, dennoch versuchte er, wo immer es ihm möglich war, einen Ausgleich herbeizuführen. Nicht immer stieß dieses sein Bemühen auf Verständnis oder Anerkennung. Er begehrte aber nie auf, sondern zeigte in seiner ruhigen und sachlichen Art Lösungsmöglichkeiten auf und verstand es auch, diese durchzusetzen, getragen von Weitblick und einem mich oft verblüffenden Erfahrungshorizont, aber auch einer tief fundierten Frömmigkeit.


Als Personalchef aller Hauptberuflichen in der KA fand er trotz seiner Überlastung immer wieder Zeit, Sorgen und Wünsche der ihm Anvertrauten anzuhören und es fiel ihm sichtlich schwer, wenn er diesen nicht entsprechen konnte. Sein eher gutmütiges Naturell ermöglichte es ihm, vorbehaltlos auf andere Menschen zuzugehen und verständnisvoll zu agieren. Im privaten Bereich erlebten wir ihn als freundlichen Menschen, der gerne Heiteres von sich gab und Geselligkeit schätzte.


Kreuth wurde 1996 - für ihn ziemlich überraschend - zum Nachfolger von Prl. Florian Zimmel bestellt. Wenngleich er sich doch wesentlich von seinem Vorgänger unterschied, gelang ihm alsbald, sich in der Verstricktheit der neuen Aufgabenfelder zurechtzufinden und sich einen tragfähigen Überblick zu verschaffen. Seine Begabung, schnell und trotzdem überlegt entscheiden zu können, was sinnvoll, wichtig oder vordringlich ist, kam ihm dabei sehr zustatten. Als konstruktiver Gesprächspartner, aber auch in seinen Ansprachen und Predigten verstand er es, seine Meinungen und Botschaften in klaren und prägnanten Sätzen auf den Punkt zu bringen. Für alle verständlich, wo es angebracht war, auch berührend, jedem Thema entsprechend.


Meine freundschaftliche Verbundenheit mit Kreuth wurde im Kuratorium der Papst-Leo-Stiftung grundgelegt, dem er wie vielen anderen Gremien kraft seines Amtes angehörte. Gemeinsam war uns auch die Sorge um unsere betagten und pflegebedürftigen Mütter. Meine ist inzwischen verstorben, seine hat ihn nun überlebt. Im privaten Gespräch nahm er auch immer wieder Bezug auf seine einstige Pfarre Purgstall, die ihm nach wie vor ein Stück Heimat und Geborgenheit war.


Die Kath. Aktion der Diözese St. Pölten hat mit Msgr. Kreuth einen ihrer profiliertesten Repräsentanten, Fürsprecher und Freund verloren. Es wird schwer sein, ihn zu ersetzen.