"Wir brauchen eine familienorientierte Gesellschaft"

Als Partner in den Bemühungen um eine "familienorientierte Gesellschaft" präsentierten sich der Katholische Familienverband der Diözese St. Pölten und die Raiffeisenbank Region St. Pölten bei einem Pressegespräch am 23. Februar. "Wir brauchen eine familienorientierte und nicht nur eine familienfreundliche Gesellschaft", verlangte der Vorsitzende des Katholischen Familienverbandes der Diözese St. Pölten, Prof. Dr. Josef Grubner und verwies auf den dramatischen Verlauf der demografischen Entwicklung in den kommenden Jahrzehnten in Österreich. Statt einer notwendigen Fertilitätsrate von 2,1 Prozent liege diese derzeit bei 1,4 Prozent.
Grubner ortet eine dramatische Änderung in der Bevölkerungsstruktur mit all ihren Problemen. Es bedürfe einer radikalen Denkumkehr, damit Familien wieder ja zu Kindern sagen können. Bei vielen Jugendlichen sei der Wille zur Familie zwar vorhanden, doch klaffen Wunsch und Wirklichkeit in der Realität auseinander. Der Familienverband will durch verstärkte Arbeit nun eine Atmosphäre schaffen, damit eine Trendumkehr eingeleitet werde. Dabei wird er nun auch von Raiffeisenbank Region St. Pölten unterstützt.
Wie Geschäftsführer Dir. Karl Kendler erklärte, sei die Raiffeisenbank nicht nur in den Bereichen Sport und Kultur durch Sponsoring aktiv, sondern will "in wichtigen gesellschaftlichen Bereichen Impulse setzen". Dies sei "eine Grundphilosophie unserer Gesellschaft", verwies er.

Über die konkrete Arbeit des Familienverbandes, die mit Hilfe von Raiffeisen nun eine bessere Absicherung erfährt, informierte Geschäftsführerin Mag. Eva Lasslesberger. So betreuen derzeit im Großraum St. Pölten 50 Tagesmütter des Verbandes 120 Kinder. Darüber hinaus sind 60 Omas, fünf Opas und zwei Großelternpaare im organisierten "Omadienst" des Familienverbandes im Einsatz. Im Bereich Suchtvorbeugung hat der Verband in seinem Projekt "(Sehn-)Sucht und Familie" über 30 Ansprechpartner ausgebildet, die vor Ort als erste Ansprechpartner in diesem Bereich zur Verfügung stehen. Im Waldviertel stehen derzeit 17 Personen in Ausbildung. Ein neues Projekt des Verbandes wird sich mit Problemen der Informationstechnologien, vor allem mit Handys und Internet befassen und Eltern und Lehrerinnen über die sichere Verwendung und mögliche Gefahren bei Kindern informieren. Freizeit- und Erholungsangebote, vor allem für kinderreiche Familien bei den Familien-Aktiv-Wochen in der Steiermark und bei den Erlebniswochen im Waldviertel runden das Angebot des Verbandes ab.