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Wegbereiterinnen moderner Frauenbildung

Eine Zeitreise über "300 Jahre Englische Fräulein in Österreich" in Buchform präsentierten die Herausgeberinnen Erika Fritzer, Christine Rassmann, Adolfine Treiber und das Institut der Englischen Fräulein am 27. April in der NÖ Landesbibliothek in St. Pölten. Das Buch mit 200 Seiten und über 150 Fotos bringt in seinem ersten Teil eine historische Abhandlung von Mary Ward bis zur heutigen Entwicklung der Niederlassungen in St. Pölten und Krems. Es folgt eine Bilddokumentation, und im dritten Teil persönliche Eindrücke. Das Buch ist um 29.- Euro in den Instituten der Englischen Fräulein in Krems und St. Pölten, im Mary Ward-Haus Lilienhof in Stattersdorf und in der Landesbibliothek St. Pölten erhältlich. Telefonische Bestellungen sind unter 02742/352188 möglich.


Die Englischen Fräulein waren "Wegbereiterinnen modernen Frauenbildung" im Land, wie der Untertitel des Buches verrät. Haben sie doch den Bildungsnotstand bei Mädchen durch die Gründung von Schulen, 1706 in St. Pölten und 1725 in Krems, behoben. Trotz beträchtlichem Widerstand sind sie zu Wegbereiterinnen des modernen Erziehungs- und Bildungswesens für Frauen geworden.


Zahlreiche Gäste bei der Präsentation


Und so kamen mehr Gäste, als der Lesesaal der Landesbibliothek zu fassen vermochte. Neben Interessierten und ehemaligen Schülerinnen kamen auch Lehrer an den Schulen der Congregatio Jesu (CJ), wie die "Englischen Fräulein" heute heißen, weiters Weihbischof Dr. Heinrich Fasching und Propst Maximilian Fürnsinn, Prälat Johannes Oppolzer und Prof. Mag. Josef Eichinger, der Dekan der Hochschule St. Pölten, Dr. Ferdinand Staudinger, die Gemeinderätin Mag. Gudrun Gruber in Vertretung des Bürgermeisters der Stadt St. Pölten und Landtagsabgeordneter Dr. Martin Michalitsch für den Landeshauptmann, der in seinen Worten die Bildungsarbeit der Englischen Fräulein besonders hervorhob. Diese sei auch die Basis für die heutige Bildungsarbeit, unterstrich er.


In ihrem Hauptreferat richtete Univ. Prof. Dr. Martha Zechmeister CJ, derzeit in Passau, ihren Blick auf die Grundausrichtung der Congragatio Jesu. Charakteristisch und damit den Anliegen der Entstehungszeit entsprechend, eine Reform der Kirche zu fordern, sei das "Aufbrechen von Grenzen, der Aufbruch zu Neuem", sagte sie. Die Mitgliedre der CJ haben "den universalen Blick, nicht nur geografisch, sondern auch sozilogisch-geistig". Und es gelte zu lernen, vom Evangelium so zu reden, dass es für Menschen wieder wirklichkeitsrelevant werde. So seien auch die Schulen ein Ort, wo junge Menschen lernen können, mit Fremdem umzugehen, in gegenseitigem Respekt miteinander leben und für eine gerechtere Welt eintreten.