Was will der Herr von uns?

"Sicher ist es, dass wir den Weltmissionssonntag begehen sollen, verbunden mit der ganzen Kirche, aber auch in diesem Wissen, dass Gott uns anspricht, dass Gott jeden anspricht." - Mit diesen Worten richtete sich der neue Diözesanbischof von St. Pölten, DDr. Klaus Küng in seinen ersten Sonntagsgottesdiensten, die er im Dom zu St. Pölten zelebrierte, an die Gläubigen. "Ich freue mich sehr, dass ich heute diesen Gottesdienst . . . zusammen mit ihnen teile! Wie sie wissen, war es für mich nicht ganz einfach hierher zu kommen, aber mit jeder Stunde bin ich lieber da, und bin Willens und bereit, den Weg mit ihnen zusammen zu gehen und hoffe, dass es wirklich ein gutes Miteinander in Christus sein wird", sagte Klaus Küng in seinen Begrüßungsworten an die Dompfarre, und die vielen Gläubigen, die gekommen waren ihren neuen Diözesanbischof zum ersten Mal persönlich zu sehen und zu hören.


Gerade mit dem Weltmissionssonntag verbinde sich für die ganze Kirche "das große Anliegen, dass Christus den Menschen gebracht wird, dass Hoffnung in den Herzen entsteht. Und wir wollen hier dann auch in besonderer Weise in diesem Gottesdienst darum bitten, dass in der Diözese St. Pölten dieses Licht ganz fest entzündet sei. Dass auch in dieser Diözese die Hoffnung in den Herzen der Christen lebendig sei und so der Glaube ausstrahlt", so Bischof Klaus.


Dompfarrer Wolfgang Reisenhofer begrüßte den neuen Diözesanbischof im Namen der Dompfarre: "Dass sie den ganzen Sonntag heute mit uns feiern und bei uns sind, verstehen wir als Zeichen, dass Sie ihrerseits auf uns zugehen, dass ihnen ein Miteinander wichtig ist. Und wir danken von Herzen für dieses Zeichen."


In seiner Predigt würdigte der Bischof die Arbeit jener, "die für die Weltmission sammeln und Arbeitskreise haben - da wird sehr viel getan. Und es ist sehr wichtig, dass wir mittragen, mittun." Gerade der Weltmissionssonntag sei aber auch immer eine Anfrage an uns selbst, an unsere eigene Situation.


Viele Priester und Ordensleute aus Europa wären in den vergangenen Jahrhunderten in ferne Länder gezogen, um ihr Leben der Mission zu widmen. Inzwischen wäre die Situation eingetreten, dass viele Priester und Ordensleute "von außen hier her" kommen: "Um mit zu helfen, weil wir zu wenig haben", sagte Klaus Küng. - "Sind wir vielleicht auch ein Missionsland?" In der Tat habe sich die Situation verändert. Es bestünde vor allem eine "Frage, die uns alle angeht: Was will der Herr von uns?"


Es könne sein, dass man sich frage: Was hätte ich eigentlich anders machen sollen? Wichtig wäre dann freilich: "Was soll ich jetzt tun? Was erwartet Gott von mir?". Sicher erwarte er ein Reifen und Wachsen, meinte der Bischof: "Das scheint mir wie ein Ruf der Stunde zu sein. In ganz Europa, überall! Auch in der Kirche! Dass wir uns von neuem hinwenden zum Wesentlichen, in manchem auch korrigieren! Der Heilige Vater betont so sehr die Notwendigkeit des Gebetes, das heißt: Das Hören auf Gott - nicht nur Reden. Wir sollen auch unsere Anliegen vortragen, aber auch Hören! Wir sollen unser Herz öffnen!"


Im Anschluss an den Gottesdienst um 9.00 Uhr überreichten Kinder der Kinder-Wortgottesdienst-Gruppe der Dompfarre dem neuen Diözesanbischof Blumen zur Begrüßung .