Von Galiläa bis Jerusalem

Tief beeindruckt von den Orten wo Jesus wirkte, sind die Pilger der Diözesanwallfahrt St. Pölten aus dem Heiligen Land zurückgekehrt. Frühlinghaftes Wetter am See Gennesaret, Regen und Kälte in Jerusalem begleiteten die 221 Wallfahrer auf dieser größten Wallfahrt der Diözese seit 24 Jahren. An der Spitze Bischof DDr. Klaus Küng und der Direktor des Pastoralamtes Msgr. Wilfried Kreuth.

Die Pilger folgten den Spuren Jesu von Galiläa bis Jerusalem. Der Duft der ersten Frühlingsblumen, die Strahlen der Sonne und der sanfte Wind zeigten das Land Galiläa, wo Jesus sein öffentliches Wirken begann, von der lieblichen Seite. Seine Heimatstadt Nazareth, sein Lieblingsort Kapernaum, der Ort der Bergpredigt, die Bootsfahrt am See Gennesaret machten den Teilnehmern die Worte Bibel lebendig. "Diese Bilder werden vor meinen Augen sein, wenn ich in der Kirche zu Hause wieder die Texte der Bibel höre", sagte eine Teilehmerin.

Kreuzweg in Jerusalem

Ganz im Gegensatz dazu war das Klima in Jerusalem, 800 Meter über dem Meeresspiegel gelegen. Hier erfüllte sich das Leben Jesu, hier am Ölberg begann sein Leidensweg, hier ging er die "Via dolorosa", seinen Leidesweg nach Golgotha, wo heute die Grabeskirche steht. "Diesem Weg zu folgen heißt wahrzunehmen, wie weit Gott in seiner Liebe zu uns Menschen geht", sagte der Bischof. Besonders in der nun begonnenen österlichen Bußzeit war dieser Kreuzweg inmitten des geschäftigen Treibens im Basar und inmitten der Rufe des Muezzins für die Pilger ein bleibendes und eindrucksvolles Erlebnis.

Kreuzwege heute

Beim Besuch in Emmaus-Qubeiba, bei der aus Oberösterreich stammenden Schwester Hildegard Enzenhofer wird der Leidensweg vieler Christen heute wieder schmerzlich bewusst. Zwischen Jerusalem und Ramallah leitet sie ein Haus für alte und behinderte Frauen, vornehmlich Moslems. "Wir leben hier im größten Freiluftgefängnis", sagt sie. Niemand kümmere sich im diese Menschen, die sie aus Höhlen, Zisternen und sogar aus einem Hühnerstall aufgelesen hat und einen menschlichen Lebensabend bescheren möchte.

Bedrückend erlebten die Pilger auch die Fahrt zur Geburtskirche nach Bethlehem. Die bis zu acht Meter hohe Mauer, bewacht von Soldaten, trennt die Menschen, die sich nichts so sehr als Frieden wüschen. An der Geburtsgrotte von Bethlehem gedenkt man der Botschaft der heiligen Nacht: "Friede den Menschen auf Erden". Es war dann wie ein Bittgebet um Frieden, als die St. Pöltner Pilger nach der abendlichen Messe in der Geburtskirche "Stille Nacht, heilige Nacht" anstimmen.

Ein "unvergessliches Erlebnis"

Ein ganz besonderes Erlebnis war die Wallfahrt für Theresia Kern aus Steinakirchen. Genau an ihrem 75. Geburtstag konnte sie zum ersten Mal von jenem Berg auf den glitzernden See Gennesaret blicken, wo Jesus die Bergpredigt hielt und die Seligpreisungen sprach. Auch für Tina Maria Wagner wird diese Wallfahrt unvergessen bleiben: Sie empfing bei der Messe in der Dormitio-Kirche die Firmung, nicht weit von jenem Ort, wo Jesus sein letztes Abendmahl hielt und der Heilige Geist auf die Jünger herabkam. "Äußerst zufrieden" zeigten sich die Teilnehmer auch von der Organisation durch das Pastoralamt und Moser-Reisen.

Begegnung mit dem Patriachen-Koadjutor

Bei der Begegnung mit dem Patriarchen-Koadjutor von Jerusalem, Erzbischof Fouad Twal, konnten die Pilger die Überreichung der Pilgermuschel an zwei Mitglieder der Ritter von Heiligen Grab aus Salzburg, Dr. Ronald Gobiet und DI Heinrich Thonet miterleben. Die Ritter vom heiligen Grab unterstützen die Christen im Heiligen Land durch verschiedene Bildungs- und Sozialprojekte.