Verschiedene Formen des Christseins als Ermutigung

Gläubige und Vertreter von fünf christlichen Konfessionen feierten und beteten gemeinsam unter dem Motto "auf ! leben" beim traditionellen Ökumenischen Pfingsttreffen am Pfingstmontag im Dom von St. Pölten. Gelebte Ökumene ermögliche es, "in dieser Umbruchszeit nicht mutlos zu werden", betonte der St. Pöltner Ordinariatskanzler Dr. Gottfried Auer, Vertreter der katholischen Kirche im Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich. "Es ist heute nicht einfach, als Christ zu leben, aber die vielen verschiedenen Formen des Christseins können uns ermutigen."

Kanzler Auer rief dazu auf, "über die Grenzen unserer Kultur und Tradition hinaus zu schauen, um zu sehen, wie andere ich Christsein leben", und sich davon "befruchten zu lassen". Auch der evangelische Altbischof Mag. Herwig Sturm meinte, dass alle Christen in ihren eigenen Kirchen "gut zu Hause sein" sollten, es darüber hinaus jedoch "ein weites Feld" gebe, in dem der Geist Gottes wirke. Der Frieden unter den Christen sei notwendig, "damit Frieden sei in der Welt", betonte Sturm.

Es sei ein "Zeichen der Hoffnung, eine sichtbare Einheit zu leben", erklärte P. John Reves von der griechisch-katholischen Pfarrgemeinde in Gaming. Die Einheit der Christen begründe sich in der allen Konfessionen gemeinsamen Taufe, durch die alle Anteil am Reich Gottes hätten. Christus sei "nicht gekommen, um uns eine Religion zu schenken, sondern um uns das Reich Gottes zu schenken", betonte Reves. In diesem Reich Gottes würden wir zur Einheit geführt.

Als Gemeinsamkeit und Zeichen der Einheit sah der Pfarrer der evangelischen Pfarrgemeinde St. Pölten, Daniel Vögele, die Heilige Schrift. Luther habe jedoch gefordert, "den Menschen auf´s Maul" zu schauen. Deswegen sei es auch heute wichtig, zu den Menschen so über Gott zu reden, "dass sie es verstehen", so Vögele. Es gelte, "die Worte Gottes in die Worte des Volkes übersetzen".
Der Gastgeber des Ökumenischen Pfingsttreffens, Dompfarrer Norbert Burmettler wies schließlich auf die verbindende Kraft der Liebe hin, die der Heilige Geist selbst sei. "Wir brauchen aber ein offenes Herz, dass er uns als Werkzeuge verwenden kann", unterstrich Burmettler.
An der gemeinsamen Feier nahmen weiters P. Emanuel Nutu von der rumänisch-orthodoxen Kirche und Pastor David M. Baptist von der Freien Christengemeinde St. Pölten teil.

Foto: Dompfarrer Norbert Burmettler, Altbischof Mag. Herwig Sturm, Pastor Daniel Vögele, P. John Reves, P. Emanuel Nutu, Pastor David M. Baptist, Kanzler Dr. Gottfried Auer (v.l.n.r.)