"Verantwortete Elternschaft" neu überdenken

"Verantwortete Elternschaft" bedeute nicht nur das JA zur Empfängnis, zur Geburt eines Kindes, sondern auch das JA zu Erziehung und Begleitung und zur Weitergabe des Glaubens, stellte Bischof Klaus Küng bei einer Katechese vor den österreichischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Weltfamilientreffens in Valencia klar. Der vom II. Vatikanischen Konzil geprägte Begriff "verantwortete Elternschaft" müsse neu überdacht werden, sagte Bischof Küng. Oft sei die Deutung einseitig im Sinne der Eigenverantwortung des Ehepaares bezüglich Kinderzahl. Schon Papst Paul VI. habe aufgezeigt, dass jedes Ehepaar im Gespräch miteinander und im Gespräch mit Gott unter Abwägung der Umstände erkennen solle, was für seine Familie vor Gott das Richtige ist. Angesichts der zu geringen Kinderzahl wäre heute für ein Ehepaar wohl oft die Frage angebracht, ob nicht der Wille Gottes das JA zu wenigstens einem weiteren oder vielleicht zu mehreren weiteren Kindern vorsieht.

Innere Verbundenheit durch Christus

"Der einzig sichere Weg, wie auch heute Ehe und Familie gelingen können, besteht darin, sie als Berufung zu betrachten", sagte Bischof Küng. "Wenn Eheleute ihre Ehe und ihre Aufgabe als Eltern als wichtigen Teil dessen ansehen, was Gott von ihnen erwartet, und dabei auf Christus bauen" - so der Bischof - "dürfen sie mit gutem Grund damit rechnen, dass sie, selbst wenn Schwierigkeiten auftreten, nach und nach den Weg zu einer tiefer werdenden inneren Verbundenheit finden." Mit einer solchen Einstellung würden sie dazu befähigt, ihren Kindern alles mitzugeben, was nötig sei, damit auch sie im Leben den Weg zum Wesentlichen entdecken, betonte der Bischof.

Weltfamilientreffen Valencia 2006 - Katechese von Bischof Küng