Vatertag: Chance auf Begegnung nutzen

Jeder Mensch hat einen Vater. Der Vatertag, so betont die Katholische Männerbewegung, ist nicht nur eine Chance, die Rolle als Vater genauer zu betrachten sondern auch zur Kontaktaufnahme zum eigenen Vater. Heute wird viel von der Wichtigkeit des Vaters in der Erziehung gesprochen - in aktuellen Studien wird darauf hingewiesen, wie wichtig seine Anwesenheit für die gesamte Entwicklung der Kinder sind. "Aber wie sieht es aus mit der Beziehung zum eigenen Vater?", stellt Josef Muhr, Sekretär der Katholischen Männerbewegung eine wichtige Frage in den Raum.
Denn in vielen Fällen ist der Kontakt völlig abgebrochen oder von starken Spannungen gekennzeichnet. Und vieles an Verletzungen, an Frust ist unausgesprochen.
Ein erster wichtiger Schritt, so betont Muhr, sind folgende Fragen: "Was habe ich von meinem Vater Positives mitbekommen, wo und wie habe ich von ihm Unterstützung und Nähe erfahren? Was hat er zu meiner Art, als Mann zu leben Positives beigetragen?" Es geht dabei auch um den Punkt: "Ohne ihn wäre ich nicht der Mann, der ich bin, wäre ich überhaupt nicht auf der Welt." Ein weiterer wichtiger Schritt, ist das direkte Gespräch zu suchen, sich dafür auch ausreichend Zeit und Raum zu nehmen: Viele Männer sind überrascht, wie positiv ihre Väter reagieren, wenn eine intensivere Kontaktaufnahme geschieht. "Auch dabei sollte es zuerst um das Positive gehen, auch was ich am anderen schätze", erläutert Muhr. "Und es soll auch durchaus Raum sein, Dinge anzusprechen, die mir in der Vergangenheit abgegangen sind, ständige belehrende Botschaften die an den Nerven zehren, Vorwürfe über die Art und Weise das Leben zu gestalten usw."
Ein nächster Schritt ist auf jeden Fall auch das Aussprechen von Wünschen. Oft ist es etwa wichtig, dass es fixe Zeiten gibt, in denen etwas gemeinsam unternommen werden kann. Denn für Begegnung ist es prinzipiell niemals "zu spät". Es können auch Wünsche sein, mehr über den Vater, seine Einstellungen und Wünsche zu erfahren. Ein Ausflug am Vatertag zum nächsten Wirtshaus kann zwar ein Schritt in diese Richtung sein - dabei sollte es aber nicht bleiben.
Wenn der Vater bereits verstorben ist, kann es sehr heilsam sein, Briefe an ihn zu schreiben. Dinge zu sagen, die man(n) schon immer sagen wollte. Dies ist auch dann eine Option, wenn der Vater eine intensivere Kontaktaufnahme verweigert.

Unterstützung durch die KMB
Die Männerreferenten der Katholischen Männerbewegung können jederzeit Vorträge oder Seminare zum Vater-Sein oder eben zur Beziehung zum eigenen Vater anbieten. Sie haben langjährige Erfahrung in der Männerarbeit und können vielfältige Methoden anbieten. Die KMB unterstützt Väter zudem durch vielfältige Seminarangebote und Unterlagen für Männerrunden. Gefördert wird ebenso das Angebot der Männerberatung durch "Rat und Hilfe".
"Die Auseinandersetzung mit dem Alltag als Vater und der Beziehung zum eigenen Vater hat sehr viel mit dem Glauben, mit der eigenen Spiritualität zu tun", unterstreicht Muhr. Gerade hier geht es um gelebte Nächstenliebe, um bewusste Zuwendung und auch um Vergebung.