Valencia: "Weltfamilientreffen war Ermutigung im Bemühen um christliche Familien"

"Es war bewegend, wie die Bevölkerung - auch die regionale Regierung in Valencia - bemüht war." - Als "außerordentlich offen und herzlich" beschreibt Bischof Klaus Küng nach seiner Rückkehr aus Spanien die Atmosphäre beim Weltfamilientreffen und dem Papstbesuch in Valencia. Die Veranstaltung wäre eine Ermutigung für die Teilnehmenden gewesen: "Es tut wohl, zu sehen, dass man im Bemühen um ein christliches Leben, um eine christliche Familie nicht allein ist", so der Bischof. Beim theologischen Kongress im Vorfeld des Familientreffens sei es einmal mehr darum gegangen, dass die Zukunft der Gesellschaft über die Familie geht. "Die christliche Familie ist das Thema, und die Herausforderung, der wir uns stellen müssen", so Küng, der nach eigenen Angaben mit dem festen Entschluss aus Valencia zurückgekehrt ist, "unermüdlich weiter bemüht zu sein um die christliche Familie bei Jung und Alt zu fördern."

Bezüglich der in den Medien oft angesprochenen Spannungen zwischen Spanischer Regierung und Heiligem Stuhl meinte Bischof Küng, Benedikt XVI. habe in Valencia sehr klar und gut verständlich und auch sehr positiv über Ehe und Familie gesprochen. Gleichzeitig habe er vermieden, scharfe Äußerungen gegen die Regierung vorzunehmen, auch wenn jeder gut verstanden habe, welche Position die Kirche einnimmt.

"Wo der Glaube erwacht, wird Leben bejaht"

Dort wo der Glaube erwacht, werde Leben bejaht, finde sich der Weg für eine tiefer werdende Beziehung, entstehe Freude und damit eine Ausstrahlung, die auch andere anzieht. Das mache ihn in Bezug auf die langfristigen Entwicklungen optimistisch, meinte der Bischof.

Allerdings sei auch ein zunehmendes Auseinanderklaffen der Einstellungen zu beobachten: "Die Einen versuchen, das Evangelium umzusetzen und konsequent zu sein. Durch die Umstände gedrängt verankern sie sich immer mehr im Wesentlichen und pflegen die Prioritäten. Die Anderen sind einfach getrieben von den verschiedenen Trends einer doch weitgehend materialistisch und hedonistisch geprägten Umgebung und haben deswegen fast kein Verständnis für das, was eigentlich Familie ist. Aus dem ergibt sich ein Auseinanderdriften, das natürlich auch zu Problemen führt."

"Eigeninitiative der Paare gefragt"

"Ich denke, dass in der heutigen Zeit - mit dem ganzen Umbruch, in dem wir uns befinden - die Initiative des Einzelnen und der Paare gefragt ist. Es geht um das Bemühen, eine christliche Familie zu begründen, zu entwickeln und daran zu arbeiten, dass sie ihre Aufgaben wahrnimmt. Daraus kann eine hoffnungsvolle Entwicklung entstehen, auch inmitten dieser negativen Tendenzen einer säkularisierten Gesellschaft", sagte Bischof Küng.

"Eltern sind Erstverkünder
des Evangeliums der Liebe Gottes"

Ein zentraler Punkt wäre dabei die Eigeninitiative der Familie für die Weitergabe des Glaubens. "Der Papst hat die Eltern und auch die Großeltern in ihrer Bedeutung hervorgehoben. Sie sind die Erstverantwortlichen für die Einführung der Kinder in den Glauben, eigentlich die Erstverkünder des Evangeliums der Liebe Gottes. Mir scheint es auch wichtig, in Kindern nicht nur so etwas wie eine Last zu sehen, sondern auch die Schönheit der Aufgabe der Eltern, ihre Kinder zu begleiten und ihnen beizustehen, damit sie den Weg finden. Damit jedes Kind, wenn es größer und selbständig wird dann selber einmal JA sagen kann zu einer Familie und zu Kindern", sagte Bischof Küng.

Katechese von Bischof Küng in Valencia