Unterwegs für die Basilika

Kälte, Regen und Sonne erlebten die Pilger auf der vierten Donauwallfahrt zugunsten der Renovierung der Wallfahrtsbasilika Maria Taferl. Dennoch haben sich viele Gläubige und Vertreter des öffentlichen Lebens nicht abhalten lassen, mit dem Schiff von Melk nach Marbach zu fahren und dann mit Generalvikar Mag. Eduard Gruber den Weg zur Basilika zu Fuß zurückzulegen. Unter den Teilnehmern dieser Wallfahrt Raiffeisen-Generaldirektor Mag Erwin Hameseder, der Landtagsabgeordnete Mag. Gerhard Karner, die Nationalratsabgeordnete Herta Mikisch, die Bezirkshauptfrau von Melk, Dr. Elfriede Mayerhofer, Generalmajor Mag. Johann Culik und ORF-Landesdirektor Norbert Gollinger.
Nach dem Anlegen am Fuße des Taferlberges nahm Generalvikar Gruber die Segnung der umgestalteten „MS Austria“ der Firma Brandtner sowie der begleitenden Boote der Stromaufsicht, der Feuerwehr und der Pioniere von Melk vor. „Diese Fahrt ruft in Erinnerung, dass wir alle in einem Boot sitzen“, wies Gruber bei der Segnung hin. Doch in diesem Boot des Lebens seien wir nicht allein, denn Christus sei mit uns. Generalvikar Gruber stellte fest, dass viele Menschen oft vergessen, dass wir „den an Bord haben, der uns hält und der uns trägt – Jesus Christus“.

Wurden die Schiffspilger in Marbach auch mit flotter Blasmusik empfangen, so mussten sie ihren Aufstieg dennoch bei Regen in Angriff nehmen. Doch das Wetter besserte sich zusehends und auf dem Weg zum Ziel schien zeitweise die Sonne.
„Maria wird nach alter kirchlicher Tradition als Wegweiser zu Christus verehrt“, eröffnete Mag. Gruber den Gottesdienst in der Basilika. Maria gebe den Menschen auch einen Rat mit: „Was er euch sagt, das tut“.

Gleiche Lebenschancen für alle
In seiner Predigt stelle Generalvikar Gruber das Evangelium des Tages in den Mittelpunk seiner Betrachtung. Jesus führte darin den Menschen jenes Gleichnis vor Augen, in dem alle Helfer im Weinberg den gleichen Lohn erhalten, egal ob sie den ganzen Tag oder nur eine Stunde gearbeitet hatten. „Dies passt nicht in unser Denken vom Leistungskampf“, erklärt der Generalvikar und fragte, ob „Lebenschancen für alle“ bereits zur Utopie geworden seien. Jesus stellte die Verbindung von mehr Leistung – mehr Lohn in Frage und zeigte, dass Lebenschancen für alle keine Utopie sein dürfen. „Mit Jesus Christus hat die Utopie in unserer Gesellschaft Wurzeln geschlagen“, betonte Generalvikar Gruber. Das Leben bekomme damit eine neue Zukunft.
Auch diese Wallfahrt zur Basilika sei ein Zeichen des Christen, der in dieser Welt unterwegs sei: Es gelte „im Alltag diesen Weg zwischen zwei Welten zu gehen, zwischen dem was ist und dem, was uns Jesus als Hoffnungsperspektive gibt“.

Wichtig ist die Gemeinschaft im Glauben
Zum Schluss dankte Generalvikar Gruber allen, die zur Erhaltung dieser Basilika beitragen. Dabei gehe es nicht nur um das Gebäude, sagte er, sondern vor allem „um die Gemeinschaft, die sich in diesem Haus versammelt“.
Der Obmann des Vereins zur Erhaltung der Basilika Maria Taferl, Generaldirektor Mag. Erwin Hameseder verwies auf den Beginn des Vereins, der bewusst mit einer Wallfahrt seine Arbeit begonnen habe: dies sei ebenfalls ein Zeichen des Unterwegs-Seins. Bis zum 350-Jahr-Jubiläum im Jahr 2010 soll die Wallfahrtskirche wieder in neuem Glanz erstrahlen. Die Seitenschiffe, der Altarraum, der Hochaltar und die Kanzel, aber auch die Restaurierung des Hauptportals seien bereits abgeschlossen. Die Renovierungsarbeiten im Langhaus und an der Bibliothek würden noch im Dezember dieses Jahres ihren Abschluss finden, wies Hameseder hin. Im kommenden Jahr sollen die Orgelempore und die Orgel saniert werden.

Verein hat wesentlich beigetragen
Von den bisher aufgewendeten 2,4 Millionen Euro für die Sanierungsarbeiten habe der Verein zur Erhaltung der Basilika 550.000.- Euro beigesteuert.
Mag. Hameseder bedankte sich bei allen Helferinnen und Helfern, die dies ermöglicht haben, im besonderen beim Obmann des Pfarrkirchenrates Christian Schüller, den Mitgliedern des Vereins zur Erhaltung der Basilika Maria Taferl, der Firma Brandtner, die ihr Schiff für diese Donauwallfahrt kostenlos zur Verfügung stellte, bei allen Vertretern von Land, Bezirk, Gemeinde und Pfarre sowie bei allen „großen Helfern und kleinen Spendern“, die dies ermöglicht haben.