Univ. Prof. Hasitschka - Gastvorlesung in St. Pölten

Im 21. Kapitel des Johannesevangeliums geht es beim wunderbaren Fischfang nicht um den Auftrag zur Mission, sondern vielmehr um die Gemeinschaft des Mahles, an der viele teilhaben sollen. So der Innsbrucker Bibelwissenschafter Univ. Prof. Dr. Martin Hasitschka über das 21. Kapitel des Johannesevangeliums am 10. Jänner in einer Gastvorlesung der in der Aula der Philosophisch - Theologischen Hochschule St. Pölten. Der geborene Schladminger Martin Hasitschka gehört dem Jesuitenorden an und ist unter anderem Mitglied des Fakultätsrats der Theologischen Fakultät Innsbruck und Wissenschaftlicher Beirat des Österreichischen Katholischen Bibelwerkes sowie der Österreichischen Theologischen Kommission. Sein besonderer Forschungsschwerpunkt ist das Johannesevangelium.

In seinen Ausführungen über das zweite Mahl Jesu mit seinen Jüngern am Ufer des Sees Tiberias, wie es im 21. Kapitel des Johannesevangeliums dargelegt ist, verglich Hasitschka dieses mit anderen Schriftstellen, dem Kapitel 6 mit der Speisung der Fünftausend und der Hochzeit von Kana im Kapitel 2. Bei all diesen, so Hasitschka, gibt Jesus den Menschen "Gaben in Fülle", die ihr tägliches Leben betreffen: Wein, Brot und Fisch. All diese Ereignisse bedeuten, dass die Jünger ohne Jesus nichts vermögen. Erst nach der Auferstehung, wie im 21. Kapitel über den Fischfang und das anschließende Mahl am Ufer des Sees dargelegt, können die Jünger die richtige Dimension der Taten und Worte Jesu verstehen. Sie erkennen: der Auferstandene ist derselbe Jesus, der er vor seinem Leiden und Tod war. Erst im Lichte des Osterglaubens erkennen die Jünger, in welchem Sinn Jesus das Brot für die Menschen ist.
Der wunderbare Fischfang selbst, so der Experte, sei nicht so sehr ein Zeichen oder ein Auftrag der Jünger für die Mission. Vielmehr geht es dabei um die Gemeinschaft des Mahles untereinander und mit dem Auferstandenen, an der viele teilhaben sollen. Und er zeigt auf, dass nicht nur der Auferstandene einlädt, sondern auch die Jünger dazu beitragen sollen.