Trogerschüler Johann Jakob Zeiller in Altenburg

Johann Jakob Zeiller kam 1733 als "socius" Paul Trogers nach Altenburg. Er selbst wurde am 8. Juli 1708 in Reutte in Tirol geboren und absolvierte seine Ausbildung in Rom, Neapel und Wien. Über ein Jahrzehnt begleitete er den großen Freskanten und arbeitete teilweise sehr selbständig an allen großen Projekten mit. Mit der Ausstattung des Altenburger Bibliothekstraktes gelang es Zeiller erstmals, eigene Werke denen seines Lehrers gegenüberzustellen. Die in Altenburg gewonnenen Erfahrungen nutzte Zeiller später vor allem im süddeutschen Raum, indem er sich Figuren aus Gemälden Trogers "borgte", und sie in den eigenen Arbeiten in neuen Kontext setzte.

Sonderausstellung
Das Stift Altenburg ehrt den Meister mit der Sonderausstellung "Original. Kopie? Der Trogerschüler Johann Jakob Zeiller in Altenburg", die am Sonntag, dem 27. April um 15 Uhr eröffnet wird und dann täglich bis 1. November zu sehen ist.

Die Ausstellung beschränkt sich nicht nur auf den Altenburg-Bezug des Freskomalers Johann Jakob Zeiller. Sie beleuchtet auch die Rolle von Zitaten und Kopien in der barocken Praxis der Malerei. Das Übernehmen von nicht selbst erfundenen Bildteilen in eigene Werke - eine typische Vorgehensweise Zeillers - eignet sich, einen Blick auf die Malerausbildung des 18. Jahrhunderts zu werfen.
Andererseits zeigt Zeiller beispielhaft die Krise der barocken Wandmalerei im Kontext der beginnenden Aufklärung auf. Der Umstand, dass ein Großteil von Zeillers Zeichnungen kurz nach seinem Tod verheizt wurden, zeigt deutlich, dass der Malerei, wie sie Zeiller als junger Maler im Hochgefühl einer barocken Euphorie erlebt und erlernt hatte, am Ende seines Lebens an Bedeutung eingebüßt hatte.

Zur Ausstellung gibt es einen eigenen Katalog, in dem der Ausstellungskurator Andreas Gamerith aus Altenburg / Röhrenbach und Prof. Franz Matschke das Konzept der Ausstellung und neueste Forschungsergebnisse präsentieren.
Neben Objekten aus den Stiftssammlungen werden zahlreiche Leihgaben aus privater Hand gezeigt, darunter ein von Andreas Gamerith im Wiener Antiquariat entdecktes Bozzetto aus der Hand Zeillers zum Detail des "Winters" im Altenburger Bibliotheksvestibül.

Die Sonderausstellung und die Werke Zeillers sind bis 1. November täglich von 10.00 - 17.00 in den Kaiserzimmern, dem Vestibül der Bibliothek und in der Stiftsbibliothek selber im Rahmen des Stiftsrundganges zu sehen.

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