Theologische Hochschule soll Schule der Apostel sein

Ziel der Hochschule ist es, dass alle Studierenden zu Aposteln werden und den Wunsch in sich verspüren, Menschen unter den heutigen Bedingungen zu dem großen Geheimnis des Glaubens hinzuführen. Dabei müssen die Herzen zu brennen beginnen, sagte Bischof DDr. Klaus Küng bei der diesjährigen "Thomasakademie", dem Fest des Patrons der Hochschule und der theologischen Studien in St. Pölten. Es sollte das Verlangen der Studierenden sein, Jesus immer besser kennen zu lernen, damit er in ihrem Leben immer mehr auch Gestalt annehme, sagte der Bischof. Die Hochschule müsse in diesem Sinn eine "Schule der Apostel" sein, unterstrich er.

Im Anschluss an die Festmesse in der Kapelle des Priesterseminars fand in der Aula der Hochschule der Festvortrag von Mag. H. Georg Eisner über das "große Schisma zwischen Ost und West" aus dem Fachbereich der ökumenischen Theologie statt.
Entgegen der weithin bestehenden Meinung, dass die Hinterlegung der Bannbulle durch Kardinal Humbert von Silva Kandida in der Hagia Sophia am 17. Juli 1054 zum großen Schisma zwischen lateinischer und griechischer Kirche geführt habe, gebe es zahlreiche Beispiele für eine enge Beziehungen zwischen der Ost- und Westkirche, die auch nach 1054 bestanden haben und so diese Meinung widerlegen, sagte Eisner. Vielmehr könne erst im 18. Jahrhundert von einer Kirchenspaltung gesprochen werden, als jede der beiden Kirchen für sich den Alleinanspruch erhob, die "eine, wahre und heilige Kirche" zu sein und der anderen die Kirchlichkeit absprach. Die Vorgeschichte zu den Ereignissen von 1054 verdeutliche aber, dass bereits in früheren Jahrhunderten das Verhältnis der lateinischen zur griechischen Kirche nicht ohne Probleme war, zeigte Eisner auf.