"Tag des Lehrlings" im Stift Göttweig

Zum 18. Mal fand am Donnerstag, den 18. Mai der "Tag des Lehrlings" für die Berufsschulen und Landwirtschaftlichen Schulen von Wien und Niederösterreich statt. Ziel des Treffens war diesmal Stift Göttweig. Von drei Orten, St. Altmann - Hellerhof in Paudorf, St. Blasius in Kleinwien und St. Wolfgang in Furth, wanderten etwa 500 Berufsschüler mit ihren Begleitpersonen auf den Göttweiger Berg. "Wir wollen heute Religion in anderer Weise begegnen", sagte Karl Hinnerth, Diakon und Religionslehrer an der Berufsschule Zistersdorf bei der Einstimmung in der der Kirche von Paudorf. "Wir werden ein Stück des Weges gemeinsam gehen, dabei auf unsere Gemeinschaft achten und bedenken, was Unterwegs-sein für uns bedeutet". Rhythmus und mitreißender Gesang ertönten dann in der Stiftskirche Göttweig, gestaltet von der Musikgruppe der Landesberufsschule Pöchlarn unter Berufsschul- und Religionslehrer Ing. Walter Amler und der Singgruppe der landwirtschaftlichen Fachschule Tullnerbach.

"Every day is a pilgrim day - jeder Tag ist ein Wallfahrtstag" - dieses Motto der Lehrlingswallfahrt stellte der Direktor des Diözesanschulamtes Msgr. Karl Schrittwieser und der Organisator dieses Lehrlingstages und Wiener Fachinspektor für den Religionsunterricht, Christian Romanek an den Beginn des Wortgottesdienstes mit Bischof DDr. Klaus Küng und wünschten den Anwesenden, dass dieses Motto auch im Religionsunterricht und im Leben fortwirke.
Symbole aus dem Schulbereich, etwa Blumen, kleine Ziegelsteine, ein riesiger Schuh, eine moderne Marienplastik aus einem Eisenrohr und weitere Symbole wurden von Schülerinnen und Schüler zum Altar gebracht.

Mit Bildern aus dem Leben der Berufsschüler verglich auch der Pöchlarner Religionslehrer Walter Amler den Lebensweg des Menschen. Wie ein Dachdecker im Baugewerbe sei auch ein Bergsteiger mit Gurten und Seil gesichert, wenn er eine Felswand erklimmt. Genauso steige auch ein suchender Mensch, gesichert durch die Gemeinschaft der Glaubenden, hinauf auf den "Berg des Glaubens", beschrieb Amler. Jesus Christus sei dabei der Bergführer.

Auch Bischof DDr. Klaus Küng nahm dieses Bild in seine Predigt auf und meinte, dass im Leben nicht alle Wege eindeutig markiert seien und der richtige Weg nicht immer einfach zu finden sei. Oft müsse man sich an einem festen Halt verankern und sich gegenseitig ein Seil zur Rettung zuwerfen, sagte er.

"Im Leben haben wir alle einen ständigen Begleiter; nur sehen wir ihn manchmal nicht", wies der Bischof hin. Man müsse genau hinsehen, ihn zu erkennen, sagte er. "Mn muss entdecken, dass es eine Quelle gibt die erfrischt, und man muss entdecken, dass es eine Halterung gibt, die festen Halt verleiht", verglich er. Mit dieser Hilfe durch Christus könne man auch schwierige Momente im Leben meistern, sagte er zu den Lehrlingen und Berufsschülern.

Nach der Mittagspause, in der die Jugendlichen aus der Feldküche des Bundesheeres mit Gulasch und Gemüseeintopf versorgt wurden, gab es verschiedene Workshops, die im Zusammenhang mit der Aktion "Pilgrim-Schule" stehen. Darin geht es um eine Nachhaltigkeit in der Entwicklung der Bereiche Ökologie, Ökonomie und Soziales mit der religiös-ethischen Dimension, der Spiritualität.