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Tag des Lehrlings im Stift Altenburg

Wolken hängen über dem Stift Altenburg und der Himmel gießt gleichsam den "Garten der Religionen". Keineswegs düster ist aber die Stimmung bei den 500 Lehrlingen aus Niederösterreich und Wien, die zum 20. Tag des Lehrlings nach Altenburg gekommen sind. "Dieser Tag ist ein Zeichen, dass die Lehrlinge der Kirche ein Anliegen sind", so der Direktor des Diözesanschulamtes St. Pölten, HR Mag. Karl Schrittwieser. Der Dialog ist auch zentrales Thema dieses Tages, wie Projektleiter Mag. Christian Romanek am Beginn der Feier betonte. "Wenn Menschen miteinander reden, können Konflikte und Probleme gelöst werden: am Arbeitsplatz, in der Familie, in der Berufsschule", weist er hin. Gerade die Benediktiner von Altenburg regen durch ihren "Garten der Religionen" zu einem besonderen Dialog an. Menschen können in diesem Garten ins Gespräch kommen und über Gott, Glaube und Weltreligionen nachdenken.

Beim Wortgottesdienst in der Stiftskirche mit Kardinal Dr. Christoph Schönborn und Abt Mag. Christian Haidinger kamen Jugendliche in kurzen Videosequenzen zu Wort, wobei sie ihre Stimmung, ihre Sehnsüchte und Wünsche äußerten, die die Berufsschüler später bei den Fürbitten auf den Punkt brachten: "Unterstütze alle, die sich für Arbeitsplätze für Jugendliche einsetzen, "Hilf uns, den Weg für das Leben zu finden" gib Politikern die Einsicht für soziale Gerechtigkeit".
Die mitreißende Musik der Lehrlingsband der Berufsschule Pöchlarn, unterstützt von Sängerinnen und Sängern der Landwirtschaftlichen Fachschule Tullnerbach, versuchten die Anwesenden mit den Liedern und Texten anzuspornen.
Ruhige wurde die Musik, als zwei indische Schwestern in ihrer Landestracht vor dem Altar einen liturgischen Tanz um das Geheimnis Christi zeigten und später das Vater Unser tanzten.

In seiner Ansprache wies Kardinal Schönborn auf die Probleme hin, die einen Dialog stören können: die Sprache, andere Vorstellungen oder die Fremdheit einer Person. "Wenn das passiert, muss man sich bemühen, einander näher zu kommen", sagte der Kardinal und legte in einem sehr persönlich erlebten Beispiel dar, dass jeder Mensch versuchen müsse, dem anderen zuzuhören und zu verstehen. Nur so können sich Menschen einander näher kommen. Neben diesem Dialog mit anderen, sei der Dialog mit sich selbst notwendig, gleichsam als "Selbstgespräch der Seele", ergänzte der Kardinal. Man brauche auch den Dialog mit Gott, der "wie das Atemholen der Seele" sei, so Kardinal Schönborn.

Am Nachmittag gab es für die Berufsschüler verschiedene Stationen in und um das Stift. "Wir wollen den Jugendlichen Gelegenheit geben, sich mit den großen Weltreligionen auseinanderzusetzen, die alle die großen Grundfragen der Menschheit aufgreifen", sagte Mag. Schrittwieser. "Vor allem aber die Offenbarungsreligionen". Jugendliche konnten in Führungen auch das Stift kennen lernen und mit den Patres ins Gespräch kommen.