Stift Zwettl wird generalsaniert

Mit dem Beschluss, das Stift Zwettl in den kommenden zehn Jahren vollständig zu renovieren, endet die Sitzung des Kuratoriums zur Restaurierung von Stift Zwettl am 22. Juni im Landhaus St. Pölten. An dieser grundlegenden Sitzung mit LA Dr. Erwin Pröll und Abt Wolfgang Wiedermann haben weitere Vertreter des Landes, des Bundes, der Stadt und des Stiftes Zwettl sowie des Vereins der Freunde des Zisterzienserstiftes Zwettl teilgenommen. In einer ersten Stellungnahme nach der Sitzung bestätigt Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll die Sanierung des Stiftes mit einem geschätzten Kostenaufwand von insgesamt 7 Millionen Euro. Auch ein Zeitplan wurde erstell. Der Start der Renovierungsarbeiten werden im Frühjahr 2007 sein, betont der Landeshauptmann. Für das kommende Jahr sei ein Aufwand von 750.000.- Euro vorgesehen wovon das Land Niederösterreich etwa 30 Prozent oder 206.000.- Euro übernehmen werde.

Im vergangenen Winter sind im Stift und besonders in der Stiftskirche die Schäden offensichtlich geworden, vor allem auch durch die von der Decke herabgefallenen Putzteile. Nach den Befundungen zur Schadenserhebung habe sich herausgestellt, dass das gesamte Dach der Kirche und auch der Bibliothek äußerst renovierungsbedürftig sei, wies Pröll hin. Der Landeshauptmann hob die Verantwortung des Landes gegenüber den Stiften und Klöstern hervor. Das Profil Niederösterreichs sei auch über seine Stifte und Klöster geprägt, sagte er. Diese Kulturgüter gelte es auch für die kommende Generation zu erhalten.
Landeshauptmann Pröll betonte auch den wirtschaftlichen Effekt, der durch die Investitionen in renovierungs- und Sanierungsarbeiten ausgelöst werden. Damit würden, so pröll, laufend 200 bis 300 Arbeitsplätze abgesichert.

Der Zwettler Abt Mag. Wolfgang Wiedermann wies auf die geschehene Außenrenovierung des Stiftes in den vergangenen Jahren hin. Die letzte Kirchenrenovierung liege aber bereits über 70 Jahre zurück. Die herabgefallenen Putzteile im vergangenen Winter seien ihm "fast wie ein Fingerzeig Gottes" vorgekommen, dass die Kirche nun einer Renovierung bedürfe, so der Abt. In der zeit der Renovierung wird es für die Benutzung der Kirche bisweilen "Engpässe" geben, sagte der Abt. Die traditionellen orgelfeste und die Pfarrgottesdienste werden aber stattfinden, versichert er.

Dem Verein der Freunde des Zisterzienserstiftes Zwettl sei die Renovierung ein Herzensanliegen, betonte der Präsident des Vereins und ehemaliger Präsident des NÖ Gemeindebundes, Franz Romeder. Der Verein werde die Sanierung "ideell und auch materiell" unterstützen, versicherte er.

Die Zwettler Stiftskirche ist eines der herausragenden Sakralbauwerke Niederösterreichs. Sie ist ein hochgotisches Bau und stammt aus der Mitte des 14. Jahrhundert. Besonders die harmonische Verbindung von gotischem Bau und spätbarocker Ausstattung aus dem 18. jahrhundert wird weithin als äußerst gelungen bezeichnet.
Der Hochaltar stellt nach einem Entwurf von J. Munggenast mit rund 35 von J.M. Götz geschnitzten Figuren die Aufnahme Mariens in den Himmel dar. Der irdische und der himmlische Bereich sind durch eine grünende Eiche verbunden, die an die Gründungslegende des Klosters erinnert.
Auf der Westempore errichte der Passauer Orgelbauer Johann Ignaz Egedacher die nach ihm benannte Orgel. Seit mehr als 20 Jahren steht sie im Zentrum des jährlichen Internationalen Orgelfestes des Stiftes Zwettl.