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St. Pöltner Sozialmarkt wird zum Modellprojekt in NÖ

Der St. Pöltner Bürgermeister begrüßte am Mittwoch die 1000. Kundin in dem von der St. Pöltner Emmausgemeinschaft initiierten Sozialmarkt "SOMA". - Grünes Licht von Land NÖ und Arbeitsmarktservice gibt es für sechs weitere "Somas" in Amstetten, Krems, Tulln, Klosterneuburg, Wr. Neustadt und Ternitz. Die 1000. Kundin erhielt dieser Tage ihren Einkaufspass für den St. Pöltner Sozialmarkt in der Linzerstraße. Petra S. wurde am 26. April von Bürgermeister Matthias Stadler im Geschäftslokal empfangen. Marktleiterin Gabriele Haiderer und Soma-Chef Walter Feninger überreichten der alleinerziehenden Mutter mit zwei Kindern Einkaufsgutscheine und einen Blumenstrauß.

Sechs weitere Sozialmärkte in NÖ

Nachdem in anderen Bundesländern ähnliche Projekte wie Soma bereits länger laufen, zeigten sich in Niederösterreich nun Landespolitik und Arbeitsmarktservice mehr als beeindruckt von der Notwendigkeit und Wirksamkeit dieser, auf Initiative der Emmausgemeinschaft St. Pölten ins Leben gerufenen Einrichtung: Wie Soma-Geschäftsführer Walter Feninger mitteilte, gab es bereits am 24. April die Zusage von AMS und Land NÖ zur großzügigen Förderung von Sozialmärkten in weiteren sechs Städten in Niederösterreich. Gedeckt sind damit die Kosten für jeweils sieben Arbeitsplätze und einen Teil des für die Erstinvestition notwendigen Geldes. "Das sind insgesamt 42 Arbeitsplätze", freut sich Feninger, der diese Beauftragung als "gewaltige Anerkennung, Chance und Herausforderung" sieht.

Träger der neuen sechs "Somas" werden NÖ Volkshilfe (Amstetten, Kolsterneuburg, Wr. Neustadt), Verein JobCare/Caritas der Diözese St. Pölten (Krems) und die Trägergesellschaft des Soma St. Pölten, SAM NÖ (="Sozialer Arbeitsmarkt NÖ") in Tulln und Ternitz sein.

Bürgermeister Matthias Stadler bezeichnete es als "Königsidee", dass im Sozialmarkt Produkte, die normalerweise mit entsprechenden Kosten entsorgt werden müssten, zu guten Konditionen für die Schwächsten in der Gesellschaft verwendet werden können. Im Namen der Stadt überreichte er an Marktleiterin Gabriele Haiderer ein Paket "SOMA-Euros" - Gutscheine, mit denen alle Bedürftigen bei Soma einkaufen können, oder ein Essen bekommen.

"Treffsichere Sozialförderung"

Für die Stadt wäre es sehr wertvoll, arme Menschen zu Soma schicken zu können, sagte Stadler. Einerseits bekämen die Leute hier sehr hochwertige Waren. Andererseits habe man als soziale Einrichtung hier die Garantie, dass der Soma-Euro wirklich für Nahrungsmittel und den entsprechenden Lebensaufbau verwendet werde und nicht eventuell für Alkohol oder auch andere Dinge, betonte der Bürgermeister im Gespräch mit Journalisten.

Feninger: Dank an Spenderfirmen
und Bitte um weitere Unterstützung

Soma-Geschäftsführer Walter Feninger wies auf die zunehmenden finanziellen Probleme vieler Menschen hin. Die mittlerweile 1.040 registrierten Einkaufspässe würden dies bestätigen. Feninger dankte Firmen, Handelsbetrieben, Produzenten und Landwirten, die regelmäßig Ware zur Verfügung stellen - verbunden mit der dringenden Bitte nach Grundnahrungsmitteln wie Speiseöl, Milch und Milchprodukte, Eier, Fleisch und Fleischprodukte, Eierteigwaren, Mehl und Zucker, sowie Hygieneartikel, die oft im Sortiment fehlen. - "Wir sind überzeugt, dass kein Produzent durch unseren Betrieb Einbussen hat. Unsere Kundinnen und Kunden geben das im Soma gesparte Geld zu anderen Zwecken aus", stellte er klar.

Eine ausdrückliche Einladung sprach Feninger an sozial engagierte Mitbürger aus: Zur ehrenamtlichen Mitarbeit v.a. beim morgendlichen Ansturm bei der täglichen Brotverteilung werden Helfer gesucht!

Emmaus: "Langfristiges Ziel
soziale Verteilungs-Gerechtigkeit."

Der Geschäftsführer der St. Pöltner Emmausgemeinschaft, Karl Rottenschlager verdeutlichte abschließend die langfristige Perspektive der Soma-Idee: "Letztlich geht es darum, die Idee einer neuen Weltwirtschaftsordnung mit sozialer Gerechtigkeit bei der Verteilung der Güter und der Chancengleichheit für alle in einer professionellen Weise weiter zu tragen."

Rückfragen:
Uschi Oswald, Öffentlichkeitsarbeit SOMA/SAM NÖ St. Pölten, Tel. 0650/850 85 58, E-Mail: