Spiritualität - Wurzel des Laienapostolats

Die dritte Tagung in der Veranstaltungsreihe "Kirchendialog Mittel- und Osteuropa" fand vergangenes Wochenende von Freitag bis Sonntag im Ostarrichi-Kulturhof in Neuhofen/Ybbs statt. Das Motto der dreitägigen Zusammenkunft im Zeichen des Mitteleuropäischen Katholikentags: "Spiritualität als Wurzel des Laienapostolats". Das Impulsreferat am ersten Veranstaltungstag gab der Wiener Bischofsvikar P. Dr. Alois Kraxner, langjähriger geistlicher Assistent der Katholischen Aktion Österreichs. Zum Erfahrungsaustausch mit ihren österreichischen Kollegen waren Delegierte von Laienorganisationen aus Ungarn, Slowenien, der Slowakei und Kroatien angereist. Initiiert wurde die Tagung im Ostarrichi Kulturhof von Unum Omnes-Berater zur Förderung des Laienapostolates in Mittel- und Osteuropa Ing. Dkfm. Georg Kopetzky, dem ehemaligen Vorsitzenden der Katholischen Aktion der Diözese St. Pölten, HR Dr. Rudolf Schwertner sowie dem Gastgeber, Neuhofens Altbürgermeister OSR Josef Streißelberger.

Zur theologischen Einführung ins Thema referierte der Wiener Bischofsvikar P. Dr. Alois Kraxner, ehemals geistlicher Assistent der Katholischen Aktion Österreichs. Als Grundlage für die Rolle der Laien stellte Pater Kraxner das nachsynodale Apostolische Schreiben "Ecclesia in Europa" in den Mittelpunkt seiner Ausführungen.

"Verkündigung durch Zeugnis"

Allen Christen gemeinsam, den Priestern und Ordensleuten, sowie den Laien, wäre demnach die Aufgabe der Verkündigung: Neben "Erstevangelisierung" und "erneuter Verkündigung" komme dabei dem Zeugnis eine besondere Bedeutung zu. Aber, so Kraxner, "ich kann nur etwas bezeugen, von dem ich eine innere Erfahrung habe." - daran könne man erkennen, wie eng verbunden die Aufgabe des Apostolats mit der Spiritualität wäre.

"Das Evangelium aufnehmen"
In diesem Zusammenhang wies der Vortragende auf den Aufruf von Papst Johannes Paul II. im Schreiben "Ecclesia in Europa" hin, die Bibel in die Hand zu nehmen, und den "Sinn des Mysteriums wieder zu entdecken". Bildlich gesagt hätten die Christen den Auftrag, das Evangelium zu "essen", also aufzunehmen: "Erst wenn wir es aufgenommen haben, können wir es weitergeben", so Kraxner.

"Aufgabe der Laien: Evangelisierung des gesellschaftlichen Lebens"

Für die Laien typische Aufgabe wäre es, "das gesellschaftliche Leben zu evangelisieren". Am Bauplatz Europa sollten die Christen nicht abwesend sein. Dies wäre aber nur möglich, wenn sie etwas von Politik, Kunst, Kultur, oder Medien verstünden. Man müsse eben besonders darauf achten, welche Charismen die einzelnen Leute hätten, sagte der Referent.

Herzthema der Spiritualität wäre das Verhältnis des Menschen zu Gott, so Kraxner, der auf die Vielfalt christlicher Spiritualität in der Kirche auf Grund der verschiedenen Aufgaben hinwies. Wichtige Dimension von Spiritualität wäre die Koinonia: In der Praxis christlichen Lebens sei hier etwa die Bewältigung verschiedener Konflikte und Probleme, wie in der Familie zu nennen.

"Pluralität im Glaubensbereich als Herausforderung"

Besondere Herausforderung unserer Tage wäre die Pluralität der Gesellschaft: "Eine Situation, die einen reifen Glauben verlangt! In dieser Situation zerbricht der Glaube, der nur auf Brauchtum aufbaut!", betonte der Theologe. Es gäbe zwei Möglichkeiten: "Entweder ein totales Abschließen von der Umwelt, oder einen solchen Glauben, dass ich mich mit der Umwelt auseinandersetzen kann."


Weitere Referenten bei der Tagung im Ostarrichi-Kulturhof Neuhofen: Dr. Rudolf Schwertner, ehemaliger Präsident der Katholischen Aktion der Diözese St. Pölten und die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung in der Diözese St. Pölten, Helene Renner, die über ihr Leben aus dem Glauben berichteten. Eine abschließende Einführung ins Projektmanagement und Hinweise für die Durchführung ähnlicher Veranstaltungen in den Heimatdiözesen der Gäste aus den Nachbarländern gab Ing. Dkfm. Georg Kopetzky.