"Spiritualität von unten" ist gefragt

Eine neue "Spiritualität von unten" verlangte Propst Maximilian Fürnsinn bei der Fastenbesinnung für Beamte und Landesangestellte am Aschermittwoch, den 25. Februar in der Leopoldkapelle im NÖ Landhaus in St. Pölten. Die "Spiritualität von unten" müsse bei sich selbst beginnen, sagte er. Sie müsse "die eigenen Leidenschaften, Brüche, Wünsche und Frustrationen" aufgreifen und sie zu ändern versuchen. Große Ideale und Vorsätze, hehre Ziele und Entwürfe zerbrechen oft daran, dass sie zu große Spannungen zwischen Ideal und Wirklichkeit in sich tragen und dann daran zerbrechen.
Der Herzogenburger Propst verwies auf das Symbol der Asche, das als "Abfallprodukt" auf die Umkehr hinweise. Das Aschenkreuz bedeute: "Steig herab vom hohen Ross und werde demütig". Wer umkehren will, müsse in seine "eigene Erdhaftigkeit" hinabsteigen, denn der Weg zu Gott führt nicht über große Vorhaben und Ideale, sondern über die eigene Schwäche und das eigene Versagen.
Nur wer diesen Weg der inneren Verwandlung gehe und den Mut habe, sich auch in seinem eigenen Versagen anzunehmen, werde das Leben gewinnen. Die Verwandlung des Menschen liege nicht in großen Zielen, sondern in seinen Brüchen und Defiziten, sagte Propst Fürnsinn abschließend.