Solidaritätsfahrt im Florian-Jahr 2004

Zu einer Rad-Solidaritätsfahrt am 6. Juni von St. Pölten nach Enns lädt die Diözese St. Pölten mit dem Land Niederösterreich, der Sportunion und dem Landesfeuerwehrverband ein. Anlass ist das Gedenken an den heiligen Florian, der vor 1.700 Jahren von St. Pölten aus den verfolgten Christen in Lorch/Enns zu Hilfe geeilt war und dort der Märtyrertod erlitten hat. Bei einer Pressekonferenz im Bischofsgarten, wo derzeit Reste der römischen Siedlung Aelium Cetium aus dem 2. bis 5. Jahrhundert freigelegt werden, informierten die Veranstalter über die geplante Solidaritätsfahrt, die unter dem Motto "Florian entflammt" steht.

Menschen im Sinne Florians
Das Verhalten des heiligen Florian, für andere einzutreten, sei auch ein Grundgedanke, dem sich das Land NÖ verpflichtet wisse, wies LAbg. Martin Michalitsch hin und erinnert an die Sozialpolitik des Landes wie auch an die Unterstützungen für das Ehrenamt hin. Für die Zukunft des Landes sei es wichtig, dass es immer wieder Menschen gibt, die auch füreinander eintreten, betonte er.

177 Feuerwehrkuraten in Niederösterreich
Der Landesfeuerwehrkurat von Niederösterreich, P. Stephan Holpfer wies hin, dass die 94.000 Feuerwehrmänner und -frauen in Niederösterreich eine ganz besondere Beziehung zum heiligen Florian als ihren Patron haben. Das Thema des Jubiläumsjahres - gemeinsam, miteinander und füreinander einstehen - sei ein Verhalten, das sie immer wieder in ihren Einsätzen und in ihrer Gemeinschaft zeigen. In Niederösterreich gibt es derzeit 177 Feuerwehrkuraten der katholischen und evangelischen Kirche, sagte er.
Werte wie Solidarität, Bewegung und christliches Weltbild seien auch die ideelle Grundlage für die 750 Mitgliedsvereine und 145.000 Mitglieder der Sportunion in Niederösterreich, erklärte der Landesgeschäftsführer der Sportunion Niederösterreich, Friedrich Manseder. Gerade Radfahren sei eine ideale Möglichkeit, das Gemeinschaftsgefühl zu erleben. So stellt die UNION Radclub Wilhelmsburg für die Solidaritätsfahrt von St. Pölten nach Enns einen Begleitbus für Notfälle und kleinere Reparaturen zur Verfügung.

Bekannte NÖ-Sportler radeln mit
An der Solidaritätsfahrt werden auch bekannte Niederösterreichische Sportlerinnen und Sportler teilnehmen wie die österreichischen Jugendmeisterinnen und Staatsmeisterinnen in Karate, Corinna Glück und Eva Thajer, die Gojo Ryu-Jugendeuropameisterin Joana Stadler, die Mädchen der Kunstturngruppe des Turnleistungszentrums St. Pölten sowie die jungen Fußballtalente des Bundesnachwuchszentrums St. Pölten.

Ablauf der Solidaritätsfahrt
Josef Muhr von der Katholischen Männerbewegung informierte über die Ablauf der Solidaritätsfahrt. Sie wird an vier Orten, in St. Pölten (120 Kilometer), Pöchlarn (75 Kilometer), Seitenstetten (32 Kilometer) und St. Valentin (3 Kilometer) gestartet. Werden ab St. Pölten vor allem aktive Sportler teilnehmen, so werden es beim kürzesten Weg vor allem Familien mit Kindern sein, meint Muhr. Insgesamt erwarte er sich 2.000 Teilnehmer an dieser Rad-Solidaritätsfahrt. Die erste Etappe bis Melk werde auf der Bundesstraße geführt und ab Melk am Donau-Radweg bis nach Enns-Lorch, wo um 14 Uhr ein buntes Fest mit den "Bluatschink" und einem Kinderprogramm stattfindet. Zudem wird es ab St. Pölten einen kostenlosen Shuttlebus geben. Für die Rückfahrt steht um 17.08 Uhr ein kostenloser Rad-Tramper-Zug zur Verfügung, für den man sich allerdings anmelden muss.

Solidarbeitrag
Jeder Teilnehmer kann für die Fahrt einen freiwilligen "Solidaritätsbeitrag" mit Eintritt in Enns zur Schlussveranstaltung und einem hochwertigen T-Shirt um 10 Euro erwerben. Der Erlös kommt einem Fonds zur Unterstützung von Angehörigen der im Einsatz verunglückten Feuerwehrleute und der mobilen Caritas-Hilfe zugute. Für die Starter aus St. Pölten übernimmt das Land Niederösterreich die Kosten für den Solidaritätsbeitrag und LAbg. Dr. Martin Michalitsch wird sich selbst aufs Rad schwingen und die erste Etappe mitradeln.

Florian - Geschichte und Legende
Über den geschichtlichen Florian und die spätere Legendenbildung sowie über die Ausgrabungen in der Basilika St. Laurentius in Enns-Lorch und im Bischofsgarten von St. Pölten informierte der Ausgrabungsleiter Dr. Peter Scherrer vom österreichischen Archäologischen Institut. Bei den um 1900 in Enns-Lorch gefundenen Gebeinen von 31 Menschen dürfte es sich um die von Christen gehobenen Überreste der "40 Märtyrer" handeln, sagte er. An dieser Stelle habe ein um 200 n. Chr. errichtetes Wohnhaus gestanden, in dem zur Zeit der Christenverfolgung ein Saal mit Apsis eingebaut war. Wahrscheinlich handle es sich dabei um die Gerichtsbasilika des Statthalters von Noricum, sagte Scherrer. Im 5. Jahrhundert wurde über diesem Saal eine Kirche errichtet.
Eine spätere Kirche wurde im 14. Jahrhundert im gotischen Stil errichtet und dient heute als Pfarrkirche und Museum. Die Ausgrabungen im Bischofsgarten St. Pölten bezeugen die im 2. Jahrhundert gegründete und bis ins 5. Jahrhundert bewohnte Stadt Aelium Cetium, die sich damals genau im Bereich der historischen Innenstadt erstreckt hat. Florian selbst, der einzig namentlich bekannte frühchristliche Märtyrer auf österreichischen Boden dürfte als pensionierter Kanzleidirektor auf einem Gut in der Umgebung dieser Stadt gewohnt haben, erklärte Scherrer.

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