Seelische Hilfe für geschockte Urlauber

Nach der Flutkatastrophe in Südasien stehen auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ökumenischen Notfallseelsorge Niederösterreich für die Betreuung der heimkehrenden Touristen am Flughafen Wien-Schwechat zur Verfügung. So der Koordinator dieser kirchlichen Einrichtung und Pastoralassistent von Tulln-St. Severin, Stefan Mayerhofer. Insgesamt sind in Niederösterreich derzeit 52 Personen, Priester und Laien, Männer und Frauen aus der Erzdiözese Wien, der Diözese St. Pölten und der evangelischen Kirche Niederösterreich als Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger ausgebildet. Neun von ihnen versehen für eventuelle Katastrophenfälle einen wöchentlich wechselnden Bereitschaftsdienst. In der letzten Dezemberwoche hatte die evangelische Pfarrerin von Horn, Mag. Birgit Schiller Dienst und hat auch die Anforderungen für den Flughafen Wien-Schwechat koordiniert, erklärt Mayerhofer.

Mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat sie eine stille Bereitschaft für einen möglichen Einsatz gebildet, der bei Bedarf eingesetzt wird, um betroffenen Heimkehrern aus den verwüsteten Urlaubsgebieten beizustehen.
Dabei geht es nicht nur um Hilfe für jene Menschen, die bei der Katastrophe Angehörige verloren haben, sondern um alle Menschen, die von der Ereignissen betroffen sind, "die noch geschockt sind und noch unter den Eindrücken dieser traumatischen Erlebnisse stehen", sagt Mayerhofer.

Können Betroffene die schrecklichen Erlebnisse auch auf längere Sicht nicht mehr selbst verarbeiten, ist Hilfe von Fachleuten gefragt, erklärt Mayerhofer. "Dann empfehlen wir die Hilfe von Fachleuten, Psychologen und Therapeuten, in Anspruch zu nehmen". Die Notfallseelsorge selbst kann nur in der ersten schwierigen Zeit für die betroffenen Menschen da sein und Hilfe geben. "Oft genügt es, einfach da zu sein, Sicherheit zu geben und den Menschen zuzuhören, wenn sie sich diese Erlebnisse von Leid, Angst und Furcht von der Seele reden wollen". Bei vielen werde auch die Sinnfrage gestellt, "die ohne pastoralen und religiösen Hintergrund nicht zu beantworten sein wird", unterstreicht er die besondere Bedeutung der ökumenischen Notfallseelsorge.