Säkularismus als Grund der Krise

Die Ursache der aktuellen Situation der Kirche liege nicht in den Strukturen, sondern im Säkularismus, erklärte Diözesanbischof DDr. Klaus Küng bei der Missa Chrismatis im Dom von St. Pölten, bei der die Priester der Diözese ihre Weiheversprechen erneuerten und die heiligen Öle geweiht wurden.

Predigt im Wortlaut

"Viele wollen die Zulassungsbedingungen zum Priesteramt verändern", sagte Küng, "doch es liegt nicht an der Zahl Priester." Die Ursache liege tiefer, in den Lebenssituationen der Menschen. Der Heilige Vater habe vor Säkularismus und Hochmut der Vernunft gewarnt, so Küng: "Diese führen dazu, so zu leben, als ob es Gott nicht gebe." Der Säkularismus habe auch die Kirche erfasst, und diese Haltung bewirke Selbstgenügsamkeit. Die Folge davon sei "geistliche Verkümmerung - auch in unserer Diözese, bei jung und alt", warnte Küng.

Es sei ein Punkt erreicht, "an dem ein echter Neuanfang nötig wird", sagte Bischof Küng. Was nötig sei, "damit wir durchhalten, nicht müde und resignativ werden, damit ein neuer Schwung einsetzt", seien "Männer Gottes". Wie der damalige Kardinal Joseph Ratzinger 1978 vom neu gewählten Papst Johannes Paul II. meinte, dieser müsse "vor allem ein Mann Gottes" sein, so gelte dies auch für die Priester von heute und von morgen, erklärte Küng: "Es braucht Menschen, die tief in Gott verwurzelt sind."

"Von Gott kommt die Kraft", betonte Küng, daher müssten die Priester "genug Zeit für das Gebet reservieren" und auch "die Eucharistie ohne Eile feiern". Auch alle Gläubigen müssten dabei mithelfen: "Es ist notwendig, sich Zeit zu nehmen für das Wesentliche." Der Bischof erinnerte die Priester der Diözese auch daran, "das Evangelium von Jesus Christus so zu verkünden, wie es der Lehre der Kirche entspricht", ohne Abstriche zu machen.

Predigt im Wortlaut