Nikolaus
 
 

Rundfunkansprache zum Jahresende 2008 (im Wortlaut)

Wieder ein Jahr neigt sich dem Ende zu und wir stehen an der Schwelle eines neuen. In diesem zu Ende gehenden Jahr sind plötzlich die Wolken der Weltwirtschaftskrise aufgezogen und das, obwohl der Handel in den letzten Jahrzehnten immer geblüht hat und die Ergebnisse sehr gut waren.

Eines ist klar: Alles hat Grenzen, auch das wirtschaftliche Wachstum. Vor einigen Jahren veranstaltete die katholische Jugend ein Treffen mit dem Titel: „No limit“. Ich sagte ihnen damals, dass nur Gott unbegrenzt ist, er aber ist auch unendlich weise, dadurch geht das. Wir sind begrenzt und sind gut beraten, gewisse Grenzen zu beachten.

Jede Krise birgt auch eine Chance in sich. Ich muss zugeben: ich habe eine gewisse Hoffnung, dass die Menschen nachzudenken beginnen, wenn Dinge passieren wie die Weltwirtschaftskrise oder wie die grauenhaften Vorkommnisse in Amstetten, wo jemand seine Tochter jahrelang gefangen gehalten und mit ihr Kinder gezeugt hat, oder wenn das Komatrinken bei Jugendlichen zur regelmäßigen Zeitungsmeldung wird, Beziehungen immer noch brüchiger werden und Lebenskrisen häufiger denn je sind. Vor allem ist es nötig zu erkennen, worauf es im Leben ankommt und was wir tun müssen, um es zu erlangen. Ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch dazu eine Chance hat. Gott hat uns deshalb seinen Sohn gesandt, der „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ ist.

Ich wünsche Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, ein gesegnetes Neues Jahr. Ich wünsche Ihnen, dass das Neue Jahr Sie Gott näherbringt und dass sein Licht in Ihrem Herzen leuchtet. Die Grenzen, von denen ich vorher gesprochen habe, sind nicht einengend, sondern wichtige Wegmarkierungen zum Eigentlichen hin. Ich wünsche Ihnen, dass Sie auf dem rechten Weg vorankommen und die von Gott geschenkte Zeit gut nützen können.