Run for help für Straßenkinder

"Drei - zwei - eins - los!" Mit diesem Kommando startete am Samstag, dem 5. Mai, genau um 14 Uhr der bisher größte Benefizlauf in der Diözese. In 24 Stunden und 34 Etappen werden insgesamt mehr als 330 Läuferinnen und Läufer den Weg vom Jugendhaus Eggenburg zum Jugendhaus Schacherhof bei Seitenstetten zurücklegen. 159,8 Kilometer liegen vor den Läufern, bis sie am Sonntag um 14 Uhr Seitenstetten erreichen. Manche Etappen, vor allem in der Nacht, sind eher schütter besetzt. Der Auftakt vor dem K-Haus in Eggenburg übertraf aber alle Erwartungen. Hatten sich ursprünglich 30 Läufer gemeldet, so waren dann tatsächlich 45 Läuferinnen und Läufer am Start, die bei kühlem, aber trockenem Wetter die erste Etappe in Angriff nahmen. Die ersten hundert Meter wurden die Läufer von Mitgliedern des Hospitaliterordens begleitet. Für jeden gelaufenen Kilometer gibt es einen Euro für ein Caritasprojekt für albanische Straßenkinder, gesponsert von der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien und der Wiener Städtischen Versicherung.

Nachdem Andrea Dungl-Zauner mit den Läuferinnen und Läufern Aufwärmübungen durchgeführt und ihnen gute Tipps mit uf den Weg gegeben hatte, erteilte Bischof DDr. Klaus Küng den Startern "und auch jenen, für die sie laufen", Gottes Segen. Applaus erhielten die Teilnehmer auch von der anwesenden Landesrätin Johanna Mikl-Leitner, Bezirkshauptmann Dr. Gerd Oppitz und Caritasdirektor Mag. Friedrich Schuhböck, während sich der Eggeburger Bürgermeister Willi Jordan selbst aufs Fahrrad schwang und als "Tempomacher" die ersten Etappen mitradelte.

Die Staffel, ein Behälter aus zwei Holzarten - Birnenholz als Symbol für das Mostviertel und Kiefernholz für das Waldviertel - trägt eine Grußbotschaft des Apostolischen Nuntius von Österreich, Erzbischof Dr. Edmond Farhad in sich. "Es ist ein Wettkampf um die je größere Liebe, für die ihr euch einsetzen möchtet", weist er darin auf den tieferen Sinn dieses Benefizlaufes hin. Für der Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Jugend, DI Markus Schmiedinger, ist dieser Lauf "gesundheitsfördernd, hilft Menschen in Albanien, fordert die Jugendlichen heraus und weist auf die Jugendhäuser in der Diözese hin".

Zwischenstation im Jugendhaus Göttweig

Mit einer halbstündigen Verspätung kamen die Staffelläuferinnen und -läufer im Stift Göttweig an. Erst auf den letzten Kilometern hatte es leicht zu regnen begonnen. Im Jugendhaus Stift Göttweig erwartete sie bereits eine Gruppe Jugendlicher, die sie mit viel Applaus bedachte. Zur Stärkung gab es Getränke und Gegrilltes, während die Band "Stadtgespräche" ihre Songs zum Besten gab.
Bei der nächtlichen Messe in der Jugendkapelle zog P. Maximilian Krenn die Verbindung vom Staffellauf zum Leben als Christen: "Christus hat uns eine Staffel in die Welt gestellt, sich selbst, die wir weitergeben sollen", sagte er.
Alfred Kases, Leiter des Caritas-Projektes für albanische Straßenkinder schilderte eindrucksvoll das Leben dieser Kinder: ungeliebt, weil sie mit Autoscheibenwaschen ihren Lebensunterhalt verdienen, sich von den Resten am Müllplatz ernähren und kaum genug zum Anziehen haben. Durch diesen Lauf sollen sie ein Stück Hoffnung und Zukunft erhalten, ein warmes Essen pro Tag und die Chance einer Ausbildung. Bei der Gabenbereitung übergaben die Firmkandidaten aus der Pfarre Weitra einen Scheck mit 350.- Euro, die sie für das Straßenkinderprojekt gesammelt hatten.

Inzwischen war der Regen stärker geworden und hatte sich bereits zu einem Dauerregen entwickelt, als die Läufer der 12. Staffel kurz vor 23 Uhr auf ihren weiteren Weg durch die Nacht geschickt wurden. 23 Stationen liegen noch vor ihnen, bis sie ihr Ziel - das Jugendaus Schacherhof in seitenstetten - erreichen werden.