Rhythmischer Abschied von St. Pölten

Mit einem schwungvollen rhythmischen Gottesdienst am Sonntagvormittag verabschiedeten sich die 52 Jugendlichen aus der ostkroatischen Stadt Vukovar, die am Freitag zum Mitteleuropäischen Katholikentag nach Mariazell gekommen waren und in St. Pölten genächtigt haben. P. Samuel Vidovic von der Franziskanerpfarre hielt die Messe in deutscher und kroatischer Sprache. In seiner Predigt ging er auch auf den Inhalt des Katholikentages von Mariazell ein und wies hin, dass Christus vor allem aus Liebe zu den Menschen Mensch geworden sei. Hoffnung, Liebe und Glaube könne sich der Mensch nicht selbst geben, sondern sei ein Geschenk. Dieses Prinzip gelte für die Politik und Wirtschaft ebenso wie für Christen, sagte er.

Die Liebe baut wieder auf

Auch der ehemalige Kroatenseelsorger von St. Pölten und nunmehrige Guardian des Klosters Vukovar, P. Zlatko Spehar, der die Jugendgruppe aus Vukovar begleitet, sprach den Katholikentag an. In Mariazell habe gezeigt, dass die Kirche fähig sei, niemanden aus Europa auszuschließen - alle seien Eins in Christus. Er wies auf die Situation der noch weithin vom Krieg zerstörten Stadt Vukovar hin und meinte: "wo das Böse zerstört hat, baut die Liebe wieder auf". P. Zlatko bedankte sich bei allen Helferinnen und Helfern, vor allem auch bei Vizebürgermeister NR Dr. Alfred Brader, der seit Jahren die Menschen in Vukovar unterstützt.

Worte voller Hoffnung

Für die jugendlichen Wallfahrer aus Vukovar, Sängerinnen, Sänger und die Tamburicagruppe des Gymnasiums und der Franziskanerpfarre Vukovar wird Mariazell trotz Regen und Kälte als unvergessliches Ereignis in Erinnerung bleiben. Goran aus Vukovar meinte in gutem Deutsch "Ich habe viele neue Freunde getroffen, der Regen selbst war mir egal. Das Programm war aber super". Und Daniel, ebenfalls aus Vukovar, konnte ihm beipflichten: "Die Messe und auch alles andere waren gut organisiert. Der Regen hat unsere Freude nicht getrübt". Über die Heimfahrt von Marizall nach St. Pölten meinte P. Zlatko: "Alles war gut gelaunt, der Regen hat der Stimmung nicht geschadet, sondern vielmehr geholfen, dass dieses Ereignis auch ein inneres Erlebnis geworden ist. Die Worte, vor allem von Kardinal Schönborn, waren für uns aus Kroatien voller Hoffnung". Nach der Sonntagsmesse sind die jugendlichen Gäste aus Kroatien zu einer Besichtigung des Stiftes Melk geladen. Danach geht es in einer Zehn-Stunden-Fahrt wieder heimwärts nach Vukovar.