Renovierung der Stiftskirche Zwettl geht zügig voran

Nach der Erneuerung des Kirchendaches und des Daches der Stiftsbibliothek in der ersten Renovierungsetappe geht die Renovierung der Stiftskirche Zwettl zügig voran. Anlässlich der 875-Jahr Feier 2013 soll der Kirchenraum des Zisterzienserklosters wieder in neuem Glanz erstrahlen. Die Arbeiten in der Kirche beginnen Anfang nächsten Jahres, wobei die Wände und Pfeiler, die Fenster und der Kirchenboden komplett saniert werden. Nach 2013 sollen dann die wertvolle Innenausstattung der Kirche, die Altäre und das Chorgestühl restauriert werden.
Da ab Mitte 2008 die Kirche gesperrt wird und weitgehend unbenutzbar ist, wird die bisher nicht öffentlich zugängige Bibliothek für den Tourismus geöffnet, erklärte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Vorsitzender des Kuratoriums zur Sanierung der Stiftskirche Zwettl.

Die Kosten zur Adaptierung der Bibliothek und zur Schaffung eines Besucherzugangs werden auf 330.000.- Euro geschätzt. Für das Jahr 2008 sind für Renovierungsarbeiten 905.000 Euro vorgesehen, von denen das Stift 200.000.- € beisteuert, der Verein der Freunde des Zisterzienserstiftes Zwettl und die Diözese jeweils 100.000.- €, das Land 236.500.- €, der Bund 231.000.- € und die Gemeinde 37.500.- Euro. Auch 2009 ist mit 900.000.- Euro an Restaurierungskosten zu rechnen. Die Gesamtkosten für die Sanierung an Kirche und Bibliothek werden etwa 6,3 Millionen Euro betragen. Dabei soll auch eine Schutzverglasung der Fenster, kombiniert mit einer Entfeuchtungsanlage, das Raumklima verbessern.
Pröll verweist auf die wirtschaftlichen Effekte dieser Ausgaben für die Denkmalpflege und erklärte, dass sich diese "vierfach rechnen" werden und über 20 Millionen Euro an Bauvolumen bewirken. Auch darüber hinaus sei es wichtig, die Kulturgüter über Generationen hinweg zu erhalten und dabei vor allem die geistlichen Zentren im Auge zu behalten. Gerade in der heutigen Zeit spüre man die Sehnsucht der Menschen nach christlichen Werten, sagte er.
Pröll bedauerte, dass bei dieser zweiten Kuratoriumssitzung kein Vertreter des Bundes anwesend war und unterstrich, dass auch der Bund seinen Verpflichtungen in der Denkmalpflege nachkommen müsse.

"Das Stift Zwettl ist in der Diözese ein wichtiges geistliches Zentrum", unterstreicht Bischof DDr. Klaus Küng nach der Kuratoriumssitzung. Es sei von größter Bedeutung, dass diese Zentren erneuert werden. Er erinnerte daran, dass gerade die Klöster am Beginn der Christianisierung Inseln gewesen seien, von denen wichtige Impulse für die Christianisierung ausgingen. Auch heute sei zu bemerken, so der Bischof, dass das territorialer Prinzip der Seelsorge durch das personale ergänzt werden müsse, wobei gerade die Klöster und Stifte jene Orte seien, in denen Menschen eine wichtige Ergänzung zu ihrer Heimat in der Pfarre finden. Abt Mag. Wolfgang Wiedermann unterstrich die Bedeutung der Klöster als Zentren für Glaube, Religion und Kultur und hob die einzigartige Bedeutung des Stiftes hervor, das in den Jahren seines Bestehen immer wieder "von der Romanik, der Gotik, der Renaissance bis zum Rokoko" weiter gewachsen sei. Nun gelte es, das Herzstück des Klosters, die Kirche herzustellen, damit sie für die Menschen wieder benutzbar sei.

Weitere Unterstützung erfährt das Stift durch den "Verein der Freunde des Zisterzienserstiftes Zwettl" unter Obmann Mag. Franz Romeder. Durch Imagewerbung und Benefizveranstaltungen werde der Verein die Renovierung materiell und ideell weiterhin unterstützen und auch einen "erheblichen Beitrag leisten", betonte er.

Wenn die Stiftskirche während der Renovierungsarbeiten geschlossen werden muss, werden die Gottesdienste in die Spitalskirche gefeiert, sagte Abt Wolfgang. Auch das kommende Orgelfestival 2008 sei nicht gefährdet, es werde in die Bibliothek ausweichen.