Religionsunterricht immer wichtiger

Der Religionsunterricht habe gerade in unserer Zeit der raschen Säkularisierung eine besondere und unverzichtbare Bedeutung, sagte Bischof DDr. Klaus Küng im Sommerrefektorium des Bistumsgebäudes vor Religionslehrerinnen und Religionslehrern der Diözese St. Pölten, denen er im Rahmen einer kleinen Feier für ihre langjährigen Dienste Dank und Anerkennung aussprach. Gerade im Schulsystem sei die Vermittlung von Werten besonders wichtig, wies der Bischof hin. Er hoffe, dass der Religionsunterricht auch in Zukunft seinen festen Platz behalten werde. Dafür sei gerade auch das persönliche Engagement der Religionslehrerinnen und Religionslehrer wichtig. Bischof Küng erklärte, dass der Religionsunterricht heute weithin zum einzigen Glaubensvermittler geworden sei. Überall, in Schule wie in Pfarren, seien gewaltige Anstrengungen nötig, "um Jung und Alt den Glauben zu vermitteln", sagte er. Die Religionslehrer hätten die wichtige Aufgabe erhalten, den Familien und Pfarren dabei beizustehen.

Auch der Direktor des Diözesanschulamtes Msgr. Mag. Karl Schrittwieser lobte die Religionslehrer als Menschen, die für Glaube, Leben und Kirche "Werbeträger" seien. Er verwies auf eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Spectra, die in Linz veröffentlicht wurde. Sie habe festgestellt, dass drei Viertel der jungen Erwachsenen ihr Wissen über Religion durch den schulischen Religionsunterricht erhalten haben. Für jeden zweiten der unter 30-Jährigen spiele die Prägung durch die Familie noch eine große Rolle. Die Pfarre sei hingegen nur mehr für 19 Prozent der Befragten ein Vermittler in Glaubensfragen. Bei den über 50-Jährigen seien es noch doppelt so viele.

An der Feier im Sommerrefektorium nahmen neben Bischof DDr. Klaus Küng der Präsident des Landesschulrates für Niederösterreich, HR Adolf Stricker, die Bezirkshauptfrau von Melk, Elfriede Mayerhofer, die Bezirksschulinspektoren von Melk, RR Josef Gatterbauer und Wolfgang Schweiger, der Direktor des Diözesanschulamtes Msgr. OStR Mag. Karl Schrittwieser sowie die Fachinspektoren für den Religionsunterricht HR Mag. Hans Panek, FS Margarete Stricker, Prof. Mag. Dr. Otto Hörmann und Mag. Ernst Merkinger teil.

Hippolytorden in Silber

Für seine Verdienste um den Religionsunterricht konnte Der Bezirksschulinspektor von Melk, Regierungsrat Josef Gatterbauer aus Amstetten von Bischof DDr. Klaus Küng den Hippolytorden in Silber entgegennehmen. In der Laudatio wies Fachinspektorin Margarete Stricker hin, dass für den Geehrten der Religionsunterricht sowie die stets gute Kooperation zwischen Schulen, Pfarren und dem Diözesanschulamt auch ein ganz besonderes persönliches Anliegen waren.

Neben 60 Religionslehrerinnen und Religionslehrer, die für ihre 20-, 25-, 30- und 35-jährige Dienstzeit bedankt wurden, wurden auch 18 Lehrerinnen und Lehrer verabschiedet, die aus dem Dienst scheiden. Unter ihnen elf Personen, die in den dauernden Ruhestand treten. An den Schulen in der Diözese St. Pölten sind derzeit insgesamt etwa 700 Religionslehrerinnen tätig.