Rat und Hilfe für Menschen in Krisen

Ihr mittlerweile mehr als 30-jähriges Bestehen feierte die dem Pastoralamt der Diözese St. Pölten zugeordnete Einrichtung "Rat & Hilfe" mit einem Symposium im NÖ Landhaus. Heute gibt es im gesamten Diözesanbereich bereits 15 Beratungsstellen. Etwas mehr als 30 Jahre ist es her, dass "Rat & Hilfe" seine Aktivitäten aufnahm und damit dem diözesanen Auftrag entsprach, Familien mittels Beratung zu unterstützen: In Erfüllung der Synodenbeschlüsse zu "Caritas und soziale Dienste" errichtete Diözesanbischof Dr. Franz Zak am 1. Jänner 1973 das Beratungszentrum, das sich bis zum Jahr 1994 zu einem flächendeckenden Netz von 15 Beratungsstellen in unserer Diözese entwickelte.


Vielfältiges Angebot
Äußerst vielfältig präsentiert sich heute das Angebot von "Rat & Hilfe" unter der Leitung von DSA Leo Pöcksteiner: Es reicht von Ehe-, Partner- und Familienberatung über Beratung bei Gewalt in der Familie und sexuellem Missbrauch bis hin zu Psychotherapie und dem Angebot von verschiedenen Selbsthilfegruppen. Jüngstes "Kind" der Einrichtung ist die im Dezember 2002 in St. Pölten, Heitzlergasse 4, eröffnete Männerberatung. Unterstützung suchten im Jahr 2003 vor allem Menschen mit Problemen in der Ehe oder Partnerschaft und in der Familie bzw. mit Kindern. Weiters Personen mit allgemeinen Lebensproblemen, psychischen Problemen und Schwierigkeiten nach Trennung und Scheidung.
Vor allem in den letzten zehn Jahren hat der Bekanntheitsgrad von "Rat & Hilfe" stark zugenommen; auch Ärzte und Psychotherapeuten verweisen Patienten oftmals auf diese Einrichtung und ihre mittlerweile 114 Mitarbeiter/innen, darunter Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter, Juristen und andere. Die Beobachtung zeige, so DSA Hanne Walterskirchen -­ eine der langjährigen Mitarbeiterinnen von "Rat & Hilfe" - dass Hilfe in Anspruch zu nehmen nicht mehr beschäme, sondern immer mehr als Stärke gesehen werde.


Niemand soll abgewiesen werden
Was viele Menschen an der Einrichtung von "Rat & Hilfe" schätzen, ist neben fachlicher Kompetenz eine niedrige finanzielle Hemmschwelle. Beratungen können -­ bei finanziellen Engpässen -­ kostenlos oder gegen einen freiwilligen Kostenbeitrag in Anspruch genommen werden, eine psychotherapeutische Behandlung beträgt 62 Euro pro Stunde (wobei ein Kostenzuschuss von der Krankenkasse bzw. über eine "Solidaritätskasse" möglich ist).
Das eintägige Symposium zur Feier des 30-jährigen Bestehens sollte den Blick nicht nur in die Vergangenheit und auf die Gegenwart, sondern in erster Linie in die Zukunft richten. Vielfältige Herausforderungen wie die zunehmend schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder die Auflösung von traditionellen Bindungen warten dort.
Auf die Wichtigkeit von Beratung in einer Zeit der Individualisierung verwies auch der Referent des Festvortrags Joseph Duss-Von Werdt. Nur über das Du, über menschliche Begegnung, finde der Einzelne letztlich zu sich selbst und zu einem erfüllten Leben.
ph