Propst Fürnsinn zu Ökumene: "Brauchen die Einmischung des Hl. Geistes"

Den besonderen Charakter der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen in diesem Jahr betonte Propst Maximillian Fürnsinn Sonntagabend bei einem ökumenischen Gottesdienst in der Kapelle des NÖ Landhauses.
40 Jahre nach Verabschiedung des Ökumenismus-Dekrets beim Zweiten Vatikanischen Konzil wäre nicht nur "sehr viel Mut und Fantasie notwendig", um die damals beschlossenen Prinzipien umzusetzen. - "...ich würde hinzufügen: Wir brauchen ganz sicher noch die Einmischung des Hl. Geistes, der uns doch deutlicher zusammenführt." Der ökumenische Arbeitskreis der Diözese St. Pölten hatte am Sonntag, dem 23. Jänner zum Gebet für die Einheit der Christen in die Leopoldkapelle des NÖ Landhauses geladen. Vertreten waren die Römisch-Katholische Kirche durch Propst Maximillian Fürnsinn und Ordinariatskanzler Dr. Gottfried Auer, die Evangelische Kirche AB durch Superintendent Paul Weiland und Pfarrerin Baukje Leitner-Pijl, die Methodistenkirche durch Superintendent Lothar Pöll, sowie die Altkatholische Kirche durch Pfarrer Christian Halama.


Fürnsinn: "Hl. Geist, der deutlicher zusammenführt"


Propst Maximillian Fürnsinn wies in seiner Begrüßung auf das vor 40 Jahren beschlossene Ökumenismus-Dekret des Zweiten Vatikanischen Konzils und die Bedeutung für die Katholische Kirche hin: "Damals hat sich die Katholische Kirche der ökumenischen Bewegung sehr deutlich angeschlossen" ... "es wird in diesem Dekret von einem differenzierten Konsens bei den Glaubenswahrheiten gesprochen - das war damals ein enormer Fortschritt. Und es ist die Rede von einem gemeinsamen Weg und einer vorläufigen Kirchengemeinschaft." - Kardinal Kaspar, Leiter des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen habe festgestellt: Wir brauchen noch sehr viel Mut und Fantasie, um diese ökumenischen Prinzipien umzusetzen.- "Ich würde hinzufügen: Wir brauchen ganz sicher noch die Einmischung des Hl. Geistes, der uns doch deutlicher zusammenführt. Und sie wissen: Der kann lästig sein!", so Fürnsinn.


Weiland: "Nicht vergessen, wer das Wachsen und das Gedeihen gibt"


Zum Thema "Christus, das eine Fundament der Kirche" (1 Kor 3,1-23) - Motto der heurigen Weltgebetswoche für die Einheit der Christen, predigte Superintendent Paul Weiland. Die Kirchen bräuchten dieses Wort Gottes vom einen Fundament, um "dann und wann und immer wieder" aus "Kleinkarriertheit, Eigensicht und Enge hinausgeführt" zu werden "in die Weite Gottes, um auch selbst zu erkennen, was wichtig ist, und was trägt", so Weiland. Neben dem "Pflanzen und Gießen" dürfe nicht vergessen werden, "wer das Wachsen und das Gedeihen gibt." - "Das zu bedenken, das kann die Selbstbewertung des Einzelnen - das eigene Tun und Handeln, das Bewerten - einordnen in die Kategorie des Ganzen."


Was der Apostel Paulus im Brief an die Korinther von Apollos und ihm selbst gesagt habe, das gelte heute ebenso für die Römisch-Katholische, für die Evangelische, für die Altkatholische, für die Methodistische, für die Serbisch-Orthodoxe Kirche. "Das gilt für alle Kirchen. Jeder pflanzt und gießt - jeder auf seine Weise. Aber nur einer lässt wachsen. Einen anderen Grund kann niemand legen, als den, der gelegt ist: Jesus Christus - Das ist ein Wort, das die Kirchen zusammenführen kann in ihrem Einsatz für das Wort Gottes und für die Menschen, das Einheit schaffen sollte - trotz unterschiedlicher Methoden und Frömmigkeitsrichtungen", so der Evangelische Superintendent.


Kollekte für Albanien


Die Kollekte des Gottesdienstes war - ganz im Sinne der Ökumene - Projekten der "Diakonia Agapes", dem caritativen Werk der Albanisch-Orthodoxen Kirche gewidmet.