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Priester und Pastoralassistenten besuchten Fabrik

Priester und Pastoralassistenten aus dem Mostviertel besuchten mit Betriebsseelsorger Franz Sieder einen metallverarbeitenden Betrieb, um die Situation der Arbeitswelt kennen zu lernen. Anschließend Diskussion mit Betriebsräten und Gewerkschaftsvertreter. Fabriken und Firmen sind für viele Menschen ein wichtiger Lebensraum. Durch solche Besuche sollen Priester und Pastoralassistenten für das Berufsleben vieler Menschen, die in ihrer Pfarre leben, sensibilisiert werden. Die oft harten Arbeitsbedingungen unter Schmutz, Staub und Lärm machten wieder bewusst, dass die Arbeitswelt die besondere Aufmerksamkeit der Kirche verdiene.


Gefahr der Entsolidarisierung


In einem anschließenden Gespräch mit Gewerkschaftsvertretern diskutierten die Seelsorger über die aktuellen Fragen und Probleme in der Arbeitswelt. Dabei wurden viele Anliegen angesprochen, die sowohl der Kirche als auch der Gewerkschaft ein großes Anliegen sind. So wurde die zunehmende Individualisierung und Entsolidarisierung unter den Menschen sowohl von Kirchenvertretern als auch von den Gewerkschaftsvertretern beklagt.


Gmeinsamer Einsatz für Menschenrechte


Durch die Flexibilisierung der Arbeitszeit seien viele Menschen in Gefahr, ihre Rechte immer mehr zu verlieren und durch zunehmenden Stress einen gesundheitlichen Schaden zu erleiden, stellten die Teilnehmer in der Diskussion fest. Es sei unchristlich und unsozial, wenn Betriebe immer größere Gewinne zeichnen und zugleich Mitarbeiter abbauen, betonte der Betriebsseelsorger. In einer neoliberalen Wirtschaft, der es nur um die Gewinnmaximierung gehe, muss nicht nur die Gewerkschaft, sondern auch die Kirche wachsam sein, damit die Menschen nicht unter die Räder kommen. Beide, Kirche und Gewerkschaft müssen sich als Anwalt der Schwachen verstehen und sich zur Option für die Armen bekennen.


Arbeiter brauchen Heimat in der Kirche


Eine Umverteilung von unten nach entspreche weder den Grundsätzen der christlichen Soziallehre noch der Gerechtigkeit, die das Evangelium immer wieder einfordere, meint Betriebsseelsorger Sieder. Die Gewerkschafter selbst zeigten sich dankbar für das "Sozialwort" der 14 christlichen Kirchen Österreichs. Sie wünschen sich, dass die Vertreter der Kirche noch stärker in sozialen Fragen ihre Stimme erheben und sie sich nicht nur durch Arbeitnehmerbewegung und Betriebsseelsorge als Anwalt der "Zu kurz Gekommenen" versteht, sondern selbst ein stärkeres soziales Profil zeigt. Arbeiterinnen und Arbeiter dürfen sich in der Kirche nicht als Außenseiter fühlen, sondern müssen in ihr eine Heimat haben.