Politik mit dem Einkaufskorb

Kaffee aus Guatemala, Biomilch vom Bauernladen um die Ecke, Zucker aus Paraguay, zuvor noch ein Glas Orangensaft aus Brasilien, ein Brot vom Biobauern aus dem Waldviertel mit frischer Butter aus dem Alpenland und Honig aus Mexiko - und zum Abschluss noch eine Banane aus Ecuador. So sieht ein "faires Frühstück" aus, das einheimischen Biobauern wie auch Kleinbauern in fernen süd- und mittelamerikanischen Ländern die Existenz sichert. "Regionale, saisonale, biologische und global fair gehandelte Waren passen zusammen", erklärt der Bildungsreferent von Südwind Niederösterreich und Organisator des "fairen Frühstücks", Mag. Manfred Bürstmayr bei dieser Straßenaktion in der St. Pöltner Fußgängerzone.


Fair gehandelte Waren - nur ein Tropfen auf den heißen Stein? Bürstmayr widerspricht. Immer mehr Geschäfte übernehmen und vertreiben solche Waren, seien es Bananen, Kaffee, Schokolade, Honig oder auch Tee. Immer mehr Menschen in fast 50 Produzentenländern kommen in den Genuss dieses fairen Handels. Weltweit seien bereits 800.000 Familien davon betroffen - mehr als 10 Millionen Menschen ist bereits durch dieses Umdenken in Europa und Nordamerika ein Überleben gesichert ist. Für Bürstmayr ist es eine wirksame und sinnvolle "Politik mit dem Einkaufskorb".


Viele Geschäfte, auch Supermarktketten, bieten bereits fair gehandelte Waren an und immer mehr öffentliche Einrichtungen steigen auf fair gehandelte Produkte um. Bürstmayr sieht hinter der Initiative von Fairtrade, zu der 28 Organisationen aus den Bereichen Entwicklungspolitik, Kirche, Ökologie und Soziales gehören, eine große Nachhaltigkeit gegeben.


Das System garantiert den Produzenten faire Preise durch direkten Marktzugang und den Aufbau langfristiger Handelsbeziehungen und mitunter auch Vorfinanzierungen. Durch zusätzliche Aufschläge für Umstellung auf biologischen Anbau und Sozialprojekte seien die Kleinbauernfamilien in der lage, ihre Situation dauerhaft zu verbessern. Den Konsumenten auf der anderen Seite wird beste Qualität aus kontrollierter und naturnaher Produktion und der Ausschluss von Kinderarbeit geboten.