Pastoralassistent als ideale Ansprechperson

"Die Gemeinde ist heilfroh, dass sie mich hat", sagt Alois Stelzer, Pastoralassistent in der Pfarre Gerolding. Seit 1972 gibt es keinen Pfarrer vor Ort in der kleinen Gemeinde im Dunkelsteiner Wald. 16 Jahre wurde die Pfarre von einem Diakon betreut, seit 1990 ist Alois Stelzer die Ansprechperson für die Pfarrgemeinde und wohnt auch im Ort. Für die Spendung der Sakramente kommt zwar regelmäßig ein Priester, die weitere Seelsorge sowie die gesamte Verwaltung liegen aber in den Händen des Pastoralassistenten. "Diese Lösung wird von der Bevölkerung gut angenommen", zeigt sich Stelzer zuversichtlich für die Einführung neuer Modelle für Pfarren in der Diözese.

"Auf dieser Ebene wäre viel möglich, wenn es auf der Basis eines Pfarrverbandes geschehen würde", öffnet Stelzer einer Zukunftsperspektive für seine Pfarre. Denn dadurch, dass die Gemeinde einzeln steht, ohne Vernetzungen mit überregionalen Strukturen, bleiben zurzeit zu viele Aufgaben an dem Pastoralassistenten hängen: Neben der gesamten Verwaltungsarbeit, die nicht nur die Matrikenführung und die Finanzen, sondern auch die Grundstücksverwaltung umfasst, liegt auch die gesamte Sakramentenvorbereitung in seinen Händen.

Erste Bemühungen um eine Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Mauer gibt es durch die gemeinsame Volksschule, an der Stelzer alle vier Klassen als Religionslehrer unterrichtet. So werden Erstkommunions- und Firmvorbereitungen bereits für beide Pfarren gemeinsam abgehalten. Auch gemeinsame Andachten, Hochzeitsjubiläen, Kinder- und Familienkreuzwege sowie ein pfarrübergreifendes Fest der Kreuzerhöhung gibt es bereits.

"Durch die gemeinsame Schule, die einen wesentlichen Teil der Pastoral ausmacht, wäre Mauer ein logischer Partner für einen Pfarrverband", meint Stelzer. Für die Zukunft sei entscheidend, wie die Seelsorge in den zwei kleinen Pfarren aufrecht erhalten werden könne. "Gerolding wäre jedenfalls bestens darauf vorbereitet, in einem Pfarrverband zu leben." Nur jeden zweiten Sonntag eine Heilige Messe und ein bis zwei Mal im Monat ein Wortgottesdienst wäre für die Gemeinde "kein Problem", ist Stelzer überzeugt: "Das Gemeindeleben würde mit gleicher Intensität weiter gehen." Man dürfe auch die Mobilität der Gläubigen nicht unterschätzen.

Bei Pfarrverbänden sei es wichtig, dass "wirklich Seelsorge vor Ort gemacht wird", betont Stelzer und bekräftigt das in einem "Hirtenwort zur Seelsorge" von Diözesanbischof Klaus Küng formulierte Anliegen einer "nachgehenden Seelsorge": "Die Pastoral bei den Menschen ist aus meiner Erfahrung das Wesentlichste."