Pastoralamt und Caritas starten gemeinsam Osthilfe-Kampagne

Mit einer Kooperation und einer gemeinsamen Kampagne wollen Caritas und Pastoralamt der Diözese St. Pölten wirksam gegen die Kinderarmut in Osteuropa ankämpfen. Als regionaler Kooperationspartner konnte dabei die Sparkasse NÖ Mitte West AG gewonnen werden. "Die wirtschaftliche Situation vieler osteuropäischer Länder ist nach wie vor problematisch, da viele sozialpolitische Maßnahmen und eine solidarische staatliche Sozialstruktur weitgehend fehlen" betonte Caritasdirektor Mag. Friedrich Schuhböck zum Auftakt der Osthilfe-Kampage am 31. Jänner in den Räumlichkeiten der Sparkasse NÖ in St. Pölten. Mit der Osthilfe-Sammlung werden soziale und pastorale Projekte und Initiativen in den Ländern Osteuropas unterstützt. Im Mittelpunkt stehen dabei die "vergessenen Kinder".
"Nach dem Umbruch in Osteuropa ist die Verteilungsschere zwischen Reich und Arm immer weiter aufgegangen. Auf der Strecke bleiben vor allem die Kinder: Abtreibungen bis kurz vor der Geburt, keine oder nur äußerst mangelhafte medizinische Betreuung, Kindesweglegungen und Missbrauch sind nur einige der erschreckenden Folgen der Kinderarmut ", sagte Schuhböck und forderte auf, "diese Kinder nicht einfach zu vergessen". Laut UNICEF leben in Osteuropa etwa 18 Millionen Kinder in Armut. "Eine Armut, die für uns unvorstellbar und kaum vergleichbar ist", so Schuhböck, "Mit der Osthilfe-Sammlung wollen Caritas und Pastoralamt auf diese Zustände aufmerksam machen, Betreuung und nachhaltige Hilfe für diese besonders benachteiligten Kinder bewirken".

Hilfe für Albaniens Kinder

Ein besonderer Schwerpunkt der Caritas St. Pölten liegt in der Hilfe für die Straßenkinder in der albanischen Hauptstadt Tirana aber auch in der Hilfe für Kinder und deren Familien in der unwegsamen Bergregion Nordalbaniens. Die Franziskanerin Sr. Gratias Ruf aus Bayern betreibt seit 1994 gemeinsam mit Sr. Bernadette Ebenhof eine Missionsstation in dem nordalbanischen Bergdorf Fushe Arrez und wird dabei maßgeblich von der Caritas der Diözese St. Pölten unterstützt. "Rund 250 Familien helfen wir hier regelmäßig mit Lebensmittelpaketen" erzählt Sr. Gratias, "Junge Mütter haben es hier besonders schwer, ihre Babys mit Kleidung und Nahrung zu versorgen." In einem Arbeitsprojekt der Missionsstation stellen rund 20 Frauen Babybekleidung her. "Diese Hilfe wirkt nachhaltig" erklärt Sr. Gratias Ruf, "Frauen verdienen für den Lebensunterhalt ihrer Familien dazu. Mütter erhalten Babykleidung für das erste Jahr kostenlos, die Kinder kommen dadurch nicht mehr in den fest verschnürten Wickelpolster, der die motorische Entwicklung des Kindes hemmt." Außerdem betreibt die Missionstation für die Region einen Kindergarten und betreut schwangere junge Mädchen, die von ihren Familien verstoßen wurden.

Osthilfefonds der Diözese hat vielen Mut gegeben Der Direktor des Pastoralamtes Msgr. Wilfried Kreuth betonte, der Osthilfefonds der Diözese habe in den letzten 15 Jahren zahlreiche pastorale Aufbau- und Hilfsprojekte Projekte in den ehemaligen Ostblockländern unterstützt. "Diese Hilfe hat den Menschen jenseits der Grenze Mut gemacht - sie sind nicht vergessen und können auf Hilfe hoffen, bis sie sich selbst helfen können." betonte Kreuth. Von den ehemaligen Schwerpunktländern Tschechien und Ungarn verlagere sich nun die Hilfe weiter nach Osten, etwa in die Ukraine oder nach Rumänien.

Haus des Friedens in der Slowakei

Helene Renner von der Katholischen Frauenbewegung informierte über ein pastoral-soziales Projekt in der slowakischen Stadt Piestany. Dort wird derzeit mit St. Pöltner Hilfe für schwangere Mädchen aus schwierigen Familiensituationen ein Mutter-Kind-Haus mit acht Wohneinheiten errichtet. Neben finanzieller Hilfe bringen die St. Pöltner Frauen vor allem auch ihr Know-how ein, damit dieses Projekt umgesetzt werden kann.

Die Sparkasse St. Pölten unterstützt die Aktion Nach dem Motto "Sparen um zu wirken" unterstützt die Sparkasse NÖ Mitte West AG diese Aktion von Caritas und Pastoralamt. "Spare um zu wirken, diesen Grundsatz betrachten wir als unseren Auftrag", betonte Vorstandsdirektor Otto Korten "Denn wir müssen neben der wirtschaftlichen Entwicklung auch die soziale und gesamtgesellschaftliche beachten". Diese Aktion für Kinder in den ärmsten Ländern Europas sei "gut investiertes Geld" und er freue sich, dabei Partner zu sein.