Papstbesuch und Erneuerungsprozess

Als "besonderes Jahr" hat Bischof DDr. Klaus Küng das abgelaufene Jahr 2007 in seiner Silvesterpredigt am 31. Dezember im Dom zu St. Pölten bezeichnet. Es sei das Jahr des Papstbesuches in Mariazell und der Beginns eines Erneuerungsprozesses in der Diözese gewesen. Auch "viel Positives" sei im Verlauf dieses Jahres geschehen, so der Bischof in der Predigt.

Predigt im Wortlaut In seinem Rückblick auf das vergangene Jahr verwies Bischof DDr. Klaus Küng auf den Besuch des Heiligen Vaters in Österreich anlässlich des 850-Jahr-Jubiläums von Mariazell. Dabei habe dieser wichtige Themen angesprochen und die Gläubigen ermutigt, Grund zur Zuversicht zu haben. Der Papst habe auch verdeutlicht, dass heute viele wichtigen Werte wie der Wert des Lebens, des Sonntags und des Christseins überhaupt bedroht seien.
Bischof Küng verwies sodann auf den begonnenen Erneuerungsprozess in der Diözese St. Pölten, bei dem viele Gläubige zum Mitdenken und Mittun eingeladen seien. Er erklärte, dass "viel Gutes" und "viel Engagement" vorhanden sei, manches aber der Erneuerung bedürfe.
Als positive Ereignisse im vergangenen Jahr nannte der Bischof die Weihe eines neuen Weihbischofs, die Weihe von einem Diözesan- und fünf Ordenspriestern sowie drei Diakonen. Zwei Priesteramtskandidaten seien im Propädeutikum eingetreten und einer ins Priesterseminar. So habe sich auch die Berufungspastoral konsolidiert. Darüber hinaus finden in der Diözese "nicht wenige" Exerzitien statt, Wallfahrten und Pilgerreisen werden unternommen und es gebe in den Pfarren vielfältige seelsorgliche Bemühungen. Die neu gewählten Pfarrgemeinderäte seien bereits "mit großem Eifer" an der Arbeit. Das alles vermittle Hoffnung, dass sich "ein neues Aufleben geistlichen Lebens ankündigt", sagte der Bischof.

Mit drei konkreten Bitten wandte sich Bischof Küng an die Gläubigen der Diözese. Eine geistliche Erneuerung sei mehr als Aktion und Organisation, wies er hin und stellte das Gebet an den Anfang des Erneuerungsprozesses. Er bat die Gläubigen, möglichst täglich dafür zu beten.
Als weiteres Anliegen nannte der Bischof die Sakramentenpastoral, die in den Pfarren wahrgenommen werde. Die Glaubensaussagen zu den Sakramenten sollten "möglichst klar und verständlich" dargelegt werden, betonte er. Vor allem soll den Familien konkrete Anregungen und Hilfen mitgegeben werden, damit das Kirchenjahr auch im Familienleben zur Geltung komme.
Als dritten Wunsch äußerte der Bischof, dass alle Gläubigen missionarisch gesinnte Christen sein sollen. Jeder sei berufen, Zeuge für Christus zu sein. Er bitte zu überlegen, wie jeder einzelne Christ Menschen aus dem Kreis seiner unmittelbaren Umgebung persönlich ansprechen und "zu einer Wallfahrt, zu Exerzitien oder andere den Glauben betreffenden Veranstaltungen" einladen könne.

Predigt im Wortlaut