Pädagogische Hochschule: Ein Fortschritt und ein Neubeginn

"Dieser Tag bedeutet für uns einen Fortschritt, einen Einschnitt und einen Neubeginn". So Bischof DDr. Klaus Küng beim Eröffnungsgottesdienst der neu gegründeten Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien, Campus Krems-Mitterau, in der Pfarrkirche Krems St. Paul. Die neue Pädagogische Hochschule löst nach 40 Jahren Bestand die bisherige Pädagogische Akademie Krems ab. Zur Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien gehören die drei Standorte Wien-Strebersdorf, Wien-Gersthof und Krems-Mitterau. Ein großes Anliegen sei es, dass hier "Lehrerinnen und Lehrer ausgebildet werden, die ein christliches Fundament besitzen und in Christus verwurzelt sind", betonte Bischof Küng in der Predigt. Die Pädagogen sollen befähigt werden, Kindern und Jugendlichen ein Wissen zu vermitteln, das auf dem wahren Menschenbild und Weltbild aufbaut. Der Bischof wies auf die Gefährdungen in der heutigen Zeit hin, die es trotz steigendem Wohlstand gebe: immer mehr Menschen halten dem Druck der Leistungsgesellschaft nicht stand, immer mehr Jugendliche finden kein Zuhause und tun sich schwer, in die Gesellschaft einzuordnen.
Der Bischof äußerte den Wunsch, dass es der Hochschule gelingen möge, den Studierenden Heimat zu werden, die ihnen auch im späteren Berufsleben Halt gebe. Lernen bedeute aber nicht nur, sich Kenntnisse anzueignen, sondern auch das Verlangen, so Bischof Küng, in seine Persönlichkeit zu reifen. Dabei komme der Beziehung zu Gott eine grundlegende Bedeutung zu, unterstrich der Bischof.

Qualitätsschub in der Lehrerausbildung

In ihren Grußworten am Ende des Gottesdienstes stellte die Abgeordnete zum NÖ Landtag, Inge Rinke fest, dass die neu errichtete Pädagogische Hochschule für die Stadt Krems sowie für das Land Niederösterreich "ein Qualitätsschub für die Lehrerausbildung" sei.
Die Rektorin der Hochschule, DDr. Ulrike Greiner, stellte in ihrer Rede das Motto "Die Hoffnung des Anfangs - den Mut zu beginnen" voran und betonte, dass die Herausforderung für die Kirchliche Pädagogische Hochschule darin bestehe, die "religiös-spirituelle Frage und die Frage der des Bildungssystems" in einen fruchtbaren Dialog zu bringen. Eine besondere Ausrichtung dieser Hochschule sei neben ihrem ökumenischen Schwerpunkt, der "europaweit einzigartig" sei, ihre Vielfalt und Einheit, die sich in den verschiedenen Standorten und internationaler Ausrichtung zeige.
Vizerektor Dr. Thomas Müller, zuständig für die Vernetzung der Institutionen der Diözese St. Pölten mit den anderen Institutionen sowie für die Organisation der Öffentlichkeitsarbeit und der IT-Entwicklung, sieht seine spezielle Aufgabe darin, dass durch diese Vernetzung "ein tragendes Geflecht zwischen Institutionen und Menschen" entstehe, betonte er. Je mehr diese Beziehungen wachsen, desto fruchtbarer werde auch die Zusammenarbeit werden.

Vier kirchliche Pädagogische Hochschulen

Vier der insgesamt 14 Pädagogischen Hochschulen in Österreich sind in kirchlicher Trägerschaft. Die Katholische Pädagogische Hochschule Wien ist die einzige, die von zwei Diözesen getragen werde. Ihre Aufgabe ist die Ausbildung von Pflichtschullehrern und Religionslehrern sowie die Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften an allen Schulen. Das Angebot reicht von Studiengängen für das Lehramt für Hauptschule, Volksschule und Sonderschule sowie für das Lehramt in Religion und die verschiedenen Weiterbildungsangebote.
In dieser Kirchlichen Pädagogischen Hochschule haben fünf christliche Konfessionen nach einem neuen gemeinsamen Konzept ihre Lehrerausbildung organisiert. Neben der Katholischen Kirche der Erzdiözese Wien und der Diözese St. Pölten sind daran die evangelische Kirche, die orthodoxen Kirchen, die orientalisch-orthodoxen Kirchen und die altkatholischen Kirche beteiligt.