P. Christian Haidinger zum neuen Abt des Stiftes Altenburg geweiht

"Ich hoffe, dass dieses Stift auch eine Schule des Gebetes ist, in dem die Menschen Heimat finden und die Gemeinschaft der Mönche Geborgenheit und Halt empfängt, die sie nach der Regel des Heiligen Benedikt brauchen, um zu beten und zu arbeiten". So Bischof DDr. Klaus Küng bei der Eröffnung des Festgottesdienstes zur Weihe des neuen Abtes P. Christian Haidinger am 11. September. Der neue Abt Christian wurde am 12. März 1944 in Siezenheim, Erzdiözese Salzburg, geboren und musste mit seiner Familie 1952 nach Thalheim bei Wels übersiedeln. Nach der Volksschule besuchte er das Stiftsgymnasium in Kremsmünster und trat nach der Matura 1964 in das dortige Stift ein. Anschließend studierte er in Rom Theologie und legte 1968 die feierliche Profess ab. Am 6. Juli 1969 wurde P. Christian von Kardinal Benno Gut zum Priester geweiht. P. Christian wirkte für 29 Jahre als Religionslehrer am Stiftsgymnasium in Kremsmünster, sechs Jahre als Präfekt im Konvikt, neun Jahre als Novizenmeister, 19 Jahre als Kustos der Kunstsammlungen u.v.m. 25 Jahre war P. Christian Haidinger Leiter der Cursillo-Bewegung Oberösterreichs und ist Vorsitzender der Monastischen Kommission der Österr. Benediktiner. Zuletzt war er Pfarrer von Buchkirchen bei Wels, Dechant des Dekanates Wels-Land, Generaldechant der Diözese Linz und geistlicher Assistent der Kath. Frauenbewegung Österreichs.


Zahlreiche Gläubige und Gäste


Etwa 2.000 Menschen waren zu dieser Feier, die im Prälatenhof des Stiftes stattfand, gekommen. Die Sonne zeigte sich in herbstlicher Milde, meist hinter Wolken verborgen und auch ein paar Tropfen Regen konnten die frohe Stimmung im Prälatenhof des Stiftes nicht trüben. Neben Bischof Maximilian Aichern waren der ungarische Abt von Pannonhalma, Bischof Asztrik Varszegi, der Bischof von Oradea in Rumänien, Virgil Bercea, Weihbischof Dr. Heinrich Fasching sowie zahlreiche Äbte, Priester und Diakone aus Österreich und dem benachbarten Ausland anwesend. Unter den weiteren Gästen auch Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Altlandeshauptmann Dr. Siegfried Ludwig, die Präsidentin des Oberösterreichischen Landtages Angela Orthner und ORF-Landesdirektor Norbert Gollinger. Altabt Bernhard Naber, der das Stift Altenburg 27 Jahre geleitet hat, gab dem neuen Abt alle guten Wünsche mit auf dem Weg. "Es ist heute ein neuer Anfang für unsere Gemeinschaft", sagte er. Der Altenburger Konvent hat den aus dem Stift Kremsmünster stammenden P. Christian bereits am 9. Mai zu ihrem Abt gewählt.


Vater, Hirte und Lehrer


"Ich freue mich, dass ihr P. Christian zum Abt gewählt habt und dass ich mit euch mitfeiern kann", betonte auch der Linzer Bischof Maximilian Aichern in seiner Predigt. Die Regel des heiligen Benedikt beschreibe die Aufgabe des Abtes nicht nur als Vater, sondern auch als Hirte, Lehrer und geistlicher Begleiter, erinnerte er. Der Abt soll vor allem durch sein Beispiel zeigen, "was gut und heilig ist", sagte der Bischof.
Mittelpunkt der Abtweihe sei die Übergabe der Ordensregel des heiligen Benedikt sowie von Stab, Ring und Mitra an den neuen Abt. Vor allem aber sei es "das Gebet, nicht nur des Bischofs, sondern das Gebet von uns allen", betonte Aichern. Der Auftrag an den neuen Abt, "Stärke deine Brüder" gelte aber auch umgekehrt. Der Konvent und alle Gläubigen sollen den neuen Abt stärken und ihm in seinen Aufgaben helfen, unterstrich er.


Geistige Impulse für das Land


Die Weihe selbst sowie die Übergabe der Ordensregel und der Insignien von Ring, Stab und Mitra nahm anschließend der St. Pöltner Diözesanbischof DDr. Klaus Küng vor und wünschte am Ende des Gottesdienstes dem neuen Abt, dass das Stift Altenburg "ein Kraftwerk im Waldviertel" werde, das geistige Impulse hinaustrage, die die Unruhe in den Herzen vieler Menschen heile und sie zu Gott führe.


"Mit Gottes Hilf"


Nach dem Weihegottesdienst bedankte sich Abt Christian für die herzliche Aufnahme in seiner neuen Heimat in Niederösterreich. Er spüre das Wohlwollen der Mitbrüder und Mitarbeiter des Stiftes, ihm den Neustart in seinem Leben und für die Altenburger Klostergemeinschaft möglichst angenehm und effektiv werden zu lassen. Es fiel ihm in den ersten Tagen nach der Wahl nicht leicht, ein entschiedenes Ja zur Wahl der Altenburger Mitbrüder zu sagen, doch nun gehe er zuversichtlich "mit Gottes Hilf" mit Altenburg in die Zukunft. Ein Hauptanliegen werde ihm die Sorge um die jungen Menschen sein, auch möchte er überlegen, wie man junge Menschen heute zum Dienst als Mönch und Priester für die Menschen begeistern kann.


Ein Hort der Ruhe und Einkehr


Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll hob in seinen Worten die Bedeutung des Stiftes Altenburg für das Waldviertel und das Land Niederösterreich hervor. Altenburg sei eine Kraftquelle für Menschen, ein Hort der Ruhe und Einkehr. Er sicherte dem Stift auch weiterhin die Hilfe des Landes bei seinen vielfältigen Aufgaben zu.