Herbstwanderung
Erntedankkorb
 
 

Offen für Gott und die Menschen

"Sein Markenzeichen war seine Menschlichkeit". So würdigte der frühere Generalsekretär von Missio Austria, P. Dr. Jakob Mitterhöfer beim Requien in der Kapelle des Lilienhofes in St. Pölten-Stattersdorf den verstorbenen langjährigen Generalvikar der Diözese St. Pölten, Prl. Dr. Alois Tampier. Das Requiem wurde von Bischof DDr. Klaus Küng geleitet. Tampier wollte bloß Mensch sein, wies P. Mitterhöfer, den seit Jahrzehnten eine persönliche Freundschaft mit Prälat Tampier verbindet, in der Predigt hin. Prälat Tampier war viele Jahre auch Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke gewesen. Als Generalvikar hatte er ein Ohr für die Sorgen der Priester, die bei ihm ihr Herz ausschütten konnten, sagte Mitterhöfer. Seine Gastfreundschaft genossen auch die Arbeiter, die den Domplatz säuberten, und mit den Bettlern schloss er Freundschaft. Vor allem aber waren ihm die Missionsschwestern und Missionare ein Anliegen, unterstrich Mitterhöfer.

"Er wollte offen sein für Gott und die Menschen", sagte P. Jakob und betonte, dass für Prälat Tampier die Berufspflicht stets Priorität vor seinen persönlichen und musikalischen Begabungen hatte. Selten habe er sich zu unerfreulichen Vorgängen in der Kirche geäußert, ohne dabei ins Detail zu gehen, sagte Mitterhöfer. "Aber umso lauter redete er über Gebet und Meditation", charakterisierte er den Verstorbenen, der immer wieder auch zur Feder gegriffen habe, um seine Gedanken in Erzählungen und Gedichten niederzuschreiben. So habe Prälat Tampier zehn Bände mit Gedichten und Erzählungen hinterlassen.

Auch Bischof DDr. Klaus Küng würdigte Prälat Tampier, den er "als väterlichen und klugen Menschen" kennen gelernt habe. Es sei "ein Glücksfall für eine Diözese", so Bischof Küng, einen solchen Mann wie Prälat Tampier gehabt zu haben, der sich ganz der Kirche hingab. Er sei "Beispiel und Vorbild für uns alle", unterstrich der Bischof. "Wir haben allen Grund, Gott dafür zu danken".

Nach dem Requiem in der Kapelle des Lilienhofes wurde Prälat Tampier zum dortigen Klosterfriedhof geleitet und beigesetzt.