Obergrafendorf feiert afrikanisch

Mit einem afrikanischen Gottesdienst, wie er es aus seiner Heimat kennt, feierte Kaplan Dr. Emeka Emeakaroha aus Obergrafendorf seine Promotion. Die Gemeinde hat die Pielchtalhalle zur Verfügung gestellt und so konnten weit über 1.000 Gäste dieses Fest mitfeiern. Fünf Musikensembles, darunter zwei afrikanische Gruppen, haben dem Fest eine internationale Note gegeben. Neben vielen Freunden, Priestern und bekannten aus Obergrafendorf, der Diözese und aus seinem Heimatland Nigeria waren auch die Eltern von Kaplan Emeka gekommen.
Unter Trommelbegleitung der afrikanischen Gruppe sind die mitfeiernden Priester in die Halle eingezogen. Ungewohnte, dumpfe Klänge, nigerianische Rhythmen und die Begeisterungsfähigkeit der Afrikaner zog die Mitfeiernden für die drei Stunden dauernde Messfeier in den Bann. "Es ist die Liebe Gottes, die uns alle zu Geschwistern macht ", sagte Kaplan Emeka bei der Eröffnung des Gottesdienstes und Pfarrer Josef Peham ergänzt: "Wir können von der Kirche Afrikas manches lernen".


Kaum jemand bliebt beim Gloria still auf seinem Platz stehen, als Kaplan Emeka händeklatschend und mit rhythmischen Schritten das "Halleluja, Preiset den Herrn" anstimmt und mitsingt.
"Missionieren heißt heute als Christ zu leben, damit die anderen Menschen sehen, was christliches Leben ist". So der aus Nigeria stammende und in der Wiener Erzdiözese tätige Pfarrer Cyrill Nwakamma bei der Predigt. Dazu brauche man nicht in ein fremdes Land zu gehen, das könne jeder immer und überall tun, meinte Pfarrer Cyrill. Zu Kaplan Emeka sagte er: "Du hast viele Projekte für die Armen in deiner Heimat organisiert und bist dadurch zum Segen für viele Menschen geworden". Während seiner Predigt stimmte Pfarrer Nwakamma ein afrikanisches Lied an, das die Ausführungen seiner Predigt verdeutlichen sollte. Auch die Fürbitten waren den Intentionen einer Weltkirche entsprechend: sie wurden in Deutsch, Igbo, Englisch, Spanisch und Französisch gelesen.


Bunt wie das Gewand der Afrikanischen Gäste zeigte sich die Gabenprozession, bei der unter Gesängen und Trommelklang neben Brot und Wein auch Feldfrüchte, Obst und sogar ein Huhn zum Altar gebracht wurden.
Bürgermeister Karl Vogl aus Obergrafendorf würdigte nach der Messe den "völkerverbindenden Beitrag", den Kaplan Emeka nach Obergrafendorf gebracht habe. Und Landtagsabgeordneter Dr. Martin Michalitsch, selbst im afrikanischen Gewand erschienen, meinte, dass Österreich zwar beim Bruttonationalprodukt "vorne" sei, aber noch viel lernen könne, wie man Menschen besser aufeinander zugehen und Gemeinschaft sein können. Und Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll bezeichnete in seinen schriftlichen Grußworten dieses Fest als einen "großartigen Beitrag zur Völkerverständigung".


Schon in der Einladung zu diesem Fest hatte Kaplan Dr. Emeka Emeakaroha seine Absicht so ausgedrückt: "Ich träume von einer Zeit, wo sich niemand mehr verstecken muss wegen seiner Hautfarbe, seines Glaubens oder wegen seiner Volkszugehörigkeit, weil wir diese oberflächlichen und vordergründigen Unterteilungen überwunden haben und gelernt haben, tiefer zu sehen". An die Messe folgte noch eine afrikanische Agape mit Musik und nigerianischen Speisen.