Nikolaus
 
 

NOTRUF 142

Ein offenes Ohr für das Leid der Menschen haben die 65 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Telefonseelsorge St. Pölten. 365 Tage im Jahr ist die Notrufnummer 142 rund um die Uhr besetzt und bietet kostenlose und vertrauliche Hilfe und Begleitung in allen Lebenssituationen. Rund um Weihnachten ist die Telefonseelsorge wieder besonders gefragt. Am 23. Dezember stehen mit Bischof Küng und Landesrat Plank von 17 bis 20 Uhr zwei besondere Gäste als Ansprechpartner zur Verfügung.
„Die meisten wollen einfach nur reden“, berichtet Mag. Irene Gartner von ihren Erfahrungen als Leiterin der Telefonseelsorge St. Pölten. So besteht die wichtigste Hilfe für die Anrufer vor allem im Zuhören und Begleiten. „Die Telefonseelsorge bietet keine Therapie“, erklärt Gartner, „wenn es nötig ist, leiten wir die Hilfesuchenden zu anderen Einrichtungen weiter.“ Menschen in Notsituationen rufen zu allen Jahres- und Tageszeiten an. Die häufigsten Gründe sind psychische Probleme sowie Beziehungs- und Familienkonflikte. Etwa ein Viertel der Anrufer sind „Stammkunden“, die das Team über einen längeren Zeitraum begleitet.

65 ehrenamtliche Mitarbeiter und zurzeit 5 Praktikantinnen führen rund 17.000 Gespräche im Jahr. Die Telefonseelsorger absolvieren eine einjährige Ausbildung, das Mindestalter beträgt 25 Jahre: „Einige Lebenserfahrung ist zusätzlich zur Schulung unbedingt notwendig“, wie Administratorin Maria Riediger erklärt. Die Ausbildung muss sich laufend an den aktuellen Themen der heutigen Gesellschaft orientieren. „Es notwendig, gut über Depressionen, Panikattacken und psychische Störungen Bescheid zu wissen“, erklärt Mag. Gartner, „ebenso über Suchterkrankungen, Esoterik, Arbeitslosigkeit, Mobbing und Burnout.“

Ein weiteres Angebot der Telefonseelsorge ist die „kidsline“ mit der Notrufnummer 142 Durchwahl 14. 13 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind auf die Begleitung von Kindern und Jugendlichen spezialisiert. „Wir wollen die jungen Hilfesuchenden Verständnis entgegenbringen, sie entlasten und ermutigen“, beschreibt Maria Kargl die Zielsetzung der „kidsline“. Neben der Stärkung des Selbstwertgefühles der Anrufer geht es auch um „Hilfe, den nächsten Schritt selber zu gehen“.

Für viele Menschen in Notsituationen, die über ihre Probleme nicht reden wollen oder können bietet die Online-Beratung die Möglichkeit, schriftlich Kontakt aufzunehmen. Alle E-Mails an werden innerhalb von 48 Stunden beantwortet.

Bischof Küng und Landesrat Plank am Telefon

Am 23. Dezember stehen zwischen 17 und 20 Uhr zwei besondere Gäste als Ansprechpartner zur Verfügung: Diözesanbischof DDr. Klaus Küng, Landesrat Dipl. Ing. Josef Plank – in Stellvertretung von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll – werden die Anrufe Ratsuchender entgegennehmen und auf die Sorgen und Nöte der Menschen eingehen. Besonders für Jugendliche steht in dieser Zeit der Streetworker DSA Bernhard Zima als Kontaktperson zur Verfügung.

Telefonseelsorge