Neujahrsansprache auf Ö2

Liebe Hörerinnen und Hörer!

Einmal mehr befinden wir uns am Ende eines Jahres und an der Schwelle eines neuen. Das ist ein Anlass, um innezuhalten. Meines Erachtens haben wir viele Gründe, um dankbar zu sein. Das Jahr, auf das wir zurückblicken, ist in unserem Land gekennzeichnet durch eine allgemein positive Entwicklung des öffentlichen, sozialen und wirtschaftlichen Lebens. Wir sind vor großen Katastrophen verschont geblieben und es ist uns im Großen und Ganzen gut gegangen.

Etwas ganz besonderes dieses zu Ende gehenden Jahres war der Besuch des Heiligen Vaters. Er hat den Gläubigen und vielen Menschen in unserem Land Ermutigung gebracht. Er hat uns mehrere Themen ans Herz gelegt, die wichtig und Anlass zum Nachdenken sind. Er hat uns bewusst gemacht: Wohlstand ist nicht alles. Der Mensch wird nicht glücklich, wenn er auf Gott und seine Weisungen vergisst. Das Leben des Menschen ist von seinem Beginn an bis zum natürlichen Tod etwas Heiliges.
Papst Benedikt hat uns vor Augen geführt, wie wichtig es ist, dass wir gerade auch in unserer Wohlstandsgesellschaft die christlichen Werte hochhalten und daher auf das hohe Gut des Sonntags nicht verzichten. Wir brauchen den Sonntag und die Feier des Gottesdienstes am Sonntag, damit uns nicht Gott aus dem Leben entschwindet.
In seiner Botschaft zum Weltfriedenstag am 1. Jänner des Neuen Jahres hat Benedikt XVI. die Bedeutung der Familie hervorgehoben. Das passt zu den Impulsen, die er uns bei seinem Besuch gegeben hat. Die Familie ist die Hüterin des Lebens und der Sonntag hält die Familie zusammen. Der Blick auf das Neue Jahr weckt in uns den Wunsch, die Akzente richtig zu setzen. Es ist mir ein großes Anliegen, dass uns die Richtung weisenden Aussagen des Papstes nicht verloren gehen.

In den nächsten Jahren werden wir in der Diözese St. Pölten der Familie verstärkt unser Augenmerk zuwenden. Wir möchten die jungen Menschen intensiver zur Familiengründung ermutigen und die Vorbereitungen dafür verbessern. Wir haben vor, auch für die bestehenden Familien vermehrt Angebote zu entwickeln, damit sie den Anforderungen unserer Zeit besser gewachsen sind. Ein wichtiges Anliegen wird die Motivierung zu einer angemessenen Kinderzahl sein. Die Familie ist die Keimzelle der Gesellschaft. Nachhaltig positive Entwicklungen der Gesellschaft sind nur auf der Grundlage des Ideals stabiler Familien mit einer größeren Kinderzahl möglich. Und bei all dem zeigt sich: Gott ist nicht nur unser Halt, er ist zugleich der Schlüssel zum rechten Verständnis und zur fruchtbaren Gestaltung unseres Lebens.

So wünsche ich Ihnen allen, liebe Hörerinnen und Hörer, Gottes Segen für das Neue Jahr. Möge es so friedlich sein wie das letzte und möge es Ihnen und uns allen gelingen, die Akzente richtig zu setzen.