Neues Leitungsteam im Priesterseminar

Neuer Regens des Priesterseminars in St. Pölten wird der derzeitige Spiritual des Propädeutikums in Horn, Dr. Anton Leichtfried. Dies gab Diözesanbischof DDr. Klaus Küng am 4. März im Rahmen einer Pressekonferenz im Bildungshaus St. Hippolyt bekannt. Gleichzeitig wurde der Pastoraltheologe Dr. Gerhard Reitzinger zum Subregens ernannt. Der Name des Spirituals wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben. Damit sei man in die engere Phase der Vorbereitung für einen Neuanfang im Priesterseminar getreten, wies Bischof Küng hin. Dieses Seminar soll, so der Bischof, "ein Herzensstück der Diözese" sein. Von ihm aus soll auch die Berufungspastoral ausgehen und vor allem die Kapläne und Jungpriester der Diözese begleitet und betreut werden. Ein weiterer wichtiger Punkt sei, so der Bischof, dass das Priesterseminar auch ein spirituelles Angebot für all jene entwickle, die an der Hochschule St. Pölten studieren.


Große Übereinstimmung und Vertrauensbasis


Der neue Regens wurde 1967 in Purgstall geboren, maturierte am Stiftsgymnasium Seitenstetten und studierte Theologie in St. Pölten sowie an der päpstlichen Universität "Gregoriana" in Rom. 1991 empfing er die Priesterweihe. Nach Kaplansjahren in Oberwölbling und Waidhofen/Thaya kam er 1996 zum Doktoratsstudium nach Freiburg im Breisgau, und wurde anschließend Spiritual im Propädeutikum in Horn.
Zu seiner Berufung als Regens des Priesterseminars meinte er, dass die vorangegangenen, Gespräche mit Bischof Küng sehr offen geführt und "schnell eine gute Übereinstimmung und eine große Vertrauensbasis" entstanden sei. In dieser Phase der Erneuerung der Diözese müsse sich jeder fragen, was er selbst zu dieser Erneuerung beitragen kann, sagte Leichtfried.


"Gesunde und ehrliche Priesterausbildung"


In seiner ersten Stellungnahme stellte der neue Regens seine Prinzipien für die Priesterausbildung in den kommenden Jahren vor. Er stehe gemeinsam mit dem Bischof für einen Neubeginn in der Priesterausbildung, bestätigt er und bedauert gleichzeitig, dass das Vertrauen erschüttert worden sei und viele zu recht enttäuscht und verärgert seien.
Ihm gehe es, so Leichtfried "um eine gesunde und ehrliche Priesterausbildung" nach den weltkirchlichen und österreichischen Standards. Als Voraussetzung für eine Aufnahme in das Priesterseminar nannte er eine "gesunde, stabile, ehrliche Persönlichkeit" und einen "lebendigen persönlichen Glauben".


"Brauchen Glaubenszeugen und nicht Funktionäre"


Als Schwerpunkte für seine Arbeit nannte Leichtfried, seit fünf Jahren Spiritual des Propädeutikums in Horn, die Vertiefung des geistlichen Lebens - "Wir brauchen Glaubenszeugen und nicht Funktionäre" -, ein solides theologisches Studium - "die Schätze des Evangeliums für die dringlichen Fragen der Gegenwart erschießen" - und eine pastorale Ausbildung - "Seelsorger, die die Probleme der Menschen verstehen und ihnen Wegweisung aus dem Glauben geben können". Das Priesterseminar soll nach seinem Wunsch ein "Haus für die Priester der Diözese" sein, wo diese zu Fortbildung und Einkehrtagen hinkommen und "geistlich auftanken können", erklärte Leichtfried.


Dr. Reitzinger Subregens


Subregens wird der Pastoraltheologe Dr. Gerhard Reitzinger aus Haag. Nach der Matura am Stiftsgymnasium Seitenstetten studierte Reitzinger Theologie in St. Pölten, absolvierte während seines Studiums ein Sozialpraktikum im Krankenhaus Hall in Tirol und wurde 1995 zum Priester geweiht. Als Kaplan war er in Pöchlarn und Scheibbs tätig, ehe er 1999 bis 2003 zum Doktoratsstudium nach Freiburg ging. Derzeit ist Dr. Reitzinger Kaplan in der Dompfarre St. Pölten.