Nikolaus
 
 

Neue Schule soll Begabungen fördern

Eine höhere Schul- und Unterrichtsqualität soll durch Stufenlehrer-Ausbildung und individualisierende Mittelstufe erreicht werden. Der Kath. Familienverband stellt dafür ein neues Bildungskonzept zur Diskussion, das vor allem die Begabungen fördern soll.

Gegen "parteipolitisch motiviertes Scharmützel" und für eine "bestmögliche Persönlichkeitsbildung und die qualifizierte Ausbildung unserer Jugendlichen" stellt sich der Vorsitzende des Katholischen Familienverbandes der Diözese St. Pölten und Lehrerbildner Prof. Dr. Josef Grubner in der Diskussion um die Schulreform.

"Das Hauptaugenmerk muss auf die Qualitätsverbesserung der Unterrichts- und Erziehungsarbeit gelegt werden", betont er. Es sei jener Unterricht zu forcieren, der auf das Verstehen der Inhalte abzielt, wobei dem Erwerb der speziellen Sprachkompetenz aller Schüler/innen von Anbeginn an besondere Bedeutung zuzumessen sei, meint Grubner. Dabei sollen die individuellen Lernwege der Schüler/innen bestmöglich berücksichtigt werden, unterstreicht der langjährige und erfahrene Pädagoge.

Ein neues und innovatives Bildungskonzept, das der Katholische Familienverband auf Initiative von Prof. Dr. Josef Grubner vorstellt, sieht ein im Grund dreistufiges Modell vor. Nach einer längeren "Gemeinsamen Grundstufe" (5 oder 6 Jahre) zum Erlernen und zum Festigen der Kulturtechniken und des notwendigen sozial-ethischen Miteinanders schließt eine "Individualisierende Mittelstufe" ("IMI" genannt) für die 11 oder 12 bis 15 Jährigen an. Diese echte "Talentschmiede" soll eine reichhaltige Palette von angemessen differenzierten Lerngruppen ermöglichen, in denen in Schnupper- und Neigungskursen die Begabungen erkannt und bestmöglich gefordert und gefördert werden. "Talentchecks" sollen mithelfen herauszufinden, für welche weiterführenden Bereiche (und damit differenzierten Schulen in der "dritten Ausbildungsstufe") sich die jeweilige Schülerin oder der Schüler qualifizieren kann.
Diese neue Organisationsstruktur soll für eine menschenwürdige Schule stehen, in der die Selektionsmechanismen weitestgehend gemindert und die unterschiedlichen Begabungen unserer Schülerinnen und Schüler bestmöglich berücksichtigt werden, unterstreicht Grubner.

Eine Stufenlehrerausbildung sei dann die logische Konsequenz, sagt Grubner. Nach einer zweisemestrigen Orientierungsphase mit gemeinsamem Grundstudium (auf den neu zu konzipierenden Pädagogischen Hochschulen) sollen die Grund- und Mittelstufenlehrer/innen eine dreijährige Ausbildung an den Pädagogischen Hochschulen bekommen, während die Oberstufenlehrer/innen ein vierjähriges Universitätsstudium anzuschließen hätten, sieht das Konzept des Verbandes vor. Beide Studien enden mit dem Magistertitel. Das Doktoratsstudium ist weiterhin an der Universität zu absolvieren.

Schule im Aufwind

Diskussionsabend am Montag, 6. Juni, 19.30 Uhr im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten

mit

HR Adolf Stricker, Präsident des NÖ Landesschulrates,

LR Christa Kranzl, zuständige für das NÖ Pflichtschulwesen

OStR Prof. Dr. Josef Grubner, Vors. des Kath. Familieverbandes