Neuanfang mit jungem Team

"Es ist gelungen, mit intensiven Bemühungen einen Neuanfang einzuleiten", sagte Bischof DDr. Klaus Küng beim Pressegespräch zur Eröffnung des Priesterseminars in St. Pölten. Dieses war im vergangenen August 2004 für ein Jahr geschlossen worden. Am 1. Oktober wird das Haus in der Wienerstraße 38 mit einem Festgottesdienst um 9 Uhr im Dom und anschließender Segnung durch den Bischof wieder eröffnet. Die Gläubigen der Diözese sind zur Mitfeier eingeladen. "Ein junges Leitungsteam hat nun die Aufbauarbeit zu leisten", wies Bischof DDr. Klaus Küng vor Vertretern der Presse hin. Es sind dies Dr. Anton Leichtfried als Regens, Dr. Gerhard Reitzinger als Subregens und Mag. P. Laurentius Resch als Spiritual. Diese Aufgabe werde nicht einfach sein, "ist aber eine reizvolle Aufgabe", sagte der Bischof. Die Eröffnung sei als neuer Aufbruch zu sehen und sei "ein erster Schritt, dem viele weitere folgen müssen".


Seminar mit "weit geöffneten Türen"


Eine Einladung an alle Gläubigen, das Priesterseminar vor allem durch das Gebet zu unterstützen, sprach auch Regens Dr. Anton Leichtfried aus. "Wir wollen die Türen weit aufmachen!", sagte er. Der Eröffnungsgottesdienst, zu dem er alle einlade, sei "als Bittag zu verstehen, an dem wir den Heiligen Geist um eine echte Erneuerung bitten".
14 Seminaristen werden am 1. Oktober in das Haus einziehen. Sechs von ihnen leben dann ständig im Haus, die übrigen werden zwar vom Haus aus betreut, sind aber wegen verschiedener Ausbildungsphasen auswärts untergebracht, etwa im Propädeutikum in Horn, wegen der pastoralen Praxis in einer Pfarre oder sie absolvieren einen sozialen Dienst. Das Priesterseminar, so Dr. Leichtfried, soll zudem "ein Haus für Priester" sein, in das diese kommen und wieder geistlich auftanken können. In den vergangenen Tagen hat die Leitung des Priesterseminars ein Gebetskärtchen mit einem Gebetstext an fast 2.000 Priester, Diakone, Religionslehrer und kirchliche Mitarbeiter ausgeschickt, in dem um Mithilfe im Gebet für einen guten Neuanfang gebeten wird. Bereits in den vergangenen Tagen habe er telefonisch und brieflich "viel Ermutigung" für seine neue Aufgabe erfahren, freute sich Regens Leichtfried.


Berufungspastoral - ein zentrales Anliegen


Dass das Priesterseminar nicht isoliert sein darf, unterstrich Subregens Dr. Gerhard Reitzinger. "Geistliche Berufungen sind ein zentrales Anliegen der Diözese. Deshalb wollen wir aus dem Priesterseminar heraus in die Diözese hinein Initiativen setzen", sagte er. Seine Aufgabe sei es vor allem, die Berufungspastoral in der Diözese zu fördern, vorhandene Initiativen wie das "Haus Gennesaret", ein "Haus der Berufung" in Seitenstetten und die diözesanen Jugendhäuser zu stärken und miteinander zu vernetzen. Es gelte, so Reitzungen, "sensibel zu werden, wo Gott in unserer Zeit und in unserer Umgebung Menschen ruft", sei es zur Berufung als Priester oder zu Ehe und Familie. Die Aufgabe von Spiritual P. Laurentius Resch aus dem Stift Seitenstetten ist die geistliche Begleitung der Seminaristen, vor allem durch gemeinsame Vorträge, Exerzitien und Einzelgespräche. "Ich dabei will vor allem Zuhörer sein", sagte er zu seiner Funktion.


Amtsenthebungsverfahren gegen Propst Küchl


Auf den vormaligen Regens Propst Ulrich Küchl und vormaligen Subregens Dr. Wolfgang Rothe angesprochen, sagte der Bischof, dass gegen Propst Küchl ein Amtsenthebungsverfahren als Pfarrer von Eisgarn und Eggern nach der kirchenrechtlich festgelegten Vorgangsweise eingeleitet wurde, das einige Monate dauern werde. Es sei in den vergangenen Monaten leider nicht gelungen, den für die Kirche entstandenen Schaden zu beseitigen, wie er gehofft habe, bedauerte der Bischof. Zur weiteren Zukunft von Propst Küchl meinte der Bischof, dass dieser nach Abschluss des Verfahrens weiter als Priester, aber in einer anderen Pfarre wirken könne. Es gebe darüber weitere Gespräche, sagte Bischof Küng.
Die Propstei Eisgarn sei bis Ende des Jahres stillgelegt und werde "voraussichtlich" als solche erhalten bleiben, äußerte der Bischof. Zu Dr. Rothe erklärte er, dass dieser im Wesentlichen die ihm gesetzten Auflagen erfüllt habe und voraussichtlich in einer anderen Diözese in der Seelsorge zum Einsatz kommen werde.