Nahaufnahme

Als "ungewöhnlich für das Haus" bezeichnet Dr. Gottfried Auer, Rektor des Bildungshauses St. Hippolyt die aktuelle Ausstellung, die derzeit im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten zu sehen ist. Kunstfotos auf Leinwand gebannt, zeigen Ansichten von Details, die man in der Hektik des Alltagslebens meist übersieht. Regine Haunschmidt, gelernte Grafikerin aus Neulengbach, stellt ihre Werke - auf Leinen gedruckte Fotos - unter dem Titel "Nahaufnahme" aus. "Ich mache sozusagen aus dem was mich umgibt eine Nahaufnahme, unabhängig von der Brennweite des Objektivs", sagt die Fotokünstlerin. Sie befasst sich seit zwei Jahren mit dieser Art der Kunst. Ihre Werke sind während der Öffnungszeiten des Bildungshauses St. Hippolyt bis 4. Juli im Foyer des Hauses zu sehen.

Haunschmidt entdeckt für ihre Aufnahmen oft versteckte, unscheinbare und kleine Details in der Landschaft, an Parkbänken, auf Steinen, am Strand, an alten Toren, am Schiffsrumpf. Diese rückt sie sie gekonnt ins Bild, sodass neue Ansichten und damit neue Gebilde entstehen. "Diese Fotografien sind unmanipulierte Abbilder realer Landschaften und Objekte", sagt die Künstlerin. Mit ihren Werken geht sie auf das anscheinend Unscheinbare ein und nimmt es aus seinem ursprünglichen Kontext. In der neuen Wiedergabe üben die Bilder eine ungeahnte Wirkung auf den Betrachter aus und regen an, hinter die vorgegebenen Oberflächen und Fassaden zu blicken.
"Man muss genau hinschauen" sagt Rektor Auer. "Diese Bilder darf man nicht im Vorübergehen betrachten". Wer in die Tiefe blickt, kann diesen Werken immer wieder Neues entnehmen.