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Nachruf von Roman Fröhlich, Präsident der Kath. Aktion

Als Altbischof Dr. Franz Zak beim Jubiläumsfest für Weihbischof Fasching begrüßt wurde, brandete spontan langanhaltender Applaus auf. Es war das letzte schöne Zeichen unvergessener Anerkennung und Wertschätzung, das er erleben durfte. Denn bald musste er schwere Monate des Leides und der Todesahnung erdulden.
Heute sind wir wieder im Dom versammelt, diesmal jedoch um Abschied zu nehmen. Abschied zu nehmen von einer großen Priesterpersönlichkeit, einem Oberhirten, der seine Diözese mit Klugheit, Ausgewogenheit, Geradlinigkeit und Zukunftsperspektive geleitet hat. Der Verstand, notwendige Reformen vorzunehmen, wo sie aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen angebracht und notwendig waren, der aber nie Strömungen unterstützte, die mit ihren - oft vorschnell oder einseitig konzipierten - Anliegen unverrückbare Glaubenswahrheiten in Frage zu stellen drohten. Als Diözesanbischof sah er es als eines seiner obersten Aufgaben, die Wünsche seiner Diözesanen mit der Sicht der Weltkirche in Einklang zu bringen. Und als Kirchenrechtler gelang es ihm, fachkundig abzuschätzen, welche Folgewirkungen aus Änderungen des Diözesanrechts entstehen könnten, entsprechend behutsam ging er dabei vor.
Zaks Art war es eher nicht, leicht Kontakt zu schließen, aber er gewann die Menschen durch seine natürliche Art, Freundlichkeit mit Korrektheit zu verbinden. Er bemühte sich, allen in gleicher Weise ein sorgender Oberhirte zu sein ohne Rücksicht auf persönliche Sympathien oder Standesunterschiede. Mit ehrlicher Hingebung wollte er allen Menschen die Freude der christlichen Botschaft zugänglich machen und ihnen zu einem gottwohlgefälligen Leben verhelfen.
Ein besonderer Schwerpunkt seiner Amtsführung war es, Laien für die Mitarbeit in der Kirche zu motivieren. Die Katholische Aktion mit ihren Gliederungen, für die ich hier sprechen darf, schien ihm dafür das geeignetste Instrumentarium. Wo immer er konnte, förderte er daher die Bewegungen, überließ ihnen aber auch Verantwortung und genügend Eigenspielraum. Soweit es ihm möglich war, besprach er mit den Diözesanleitungen anstehende Probleme, besuchte Konferenzen und Veranstaltungen, führte Großwallfahrten an und unterstützte Forderungen oder Aktionen gegenüber Öffentlichkeit und Politik.
Mit dem Bau des Bildungshauses St. Hippolyt kam er einem lang gehegten Wunsch nach, eine zentral gelegene Stätte der Bildung zu schaffen, die vor allem die Gliederungen der Kath. Aktion auch zur organisatorischen Beheimatung nutzen konnten. Damit war endlich die Voraussetzung gegeben, sozusagen im eigenen Haus regelmäßig Apostolatsschulungen und Glaubenskurse abzuhalten, Feste zu gestalten und prominente Referenten einem größeren Zuhörerkreis zugänglich zu machen.
Markstein während seiner Amtszeit war zweifellos das Zweite Vaticanum. Es eröffnete unzählige Erneuerungsimpulse, viele davon betrafen auch die Stellung der Laien in der Kirche. Und Bischof Zak war einer der ersten, der versuchte, diese neue Sicht so rasch wie möglich in seiner Diözese umzusetzen. Bald konnten Laien qualifiziertere Dienste bei Liturgie und Verkündigung, aber auch Mitverantwortung übernehmen.
Die Einführung der Diakonweihe für verheiratete Männer und die Anstellung von Pastoralassistenten gaben interessierten Laien die Chance, wichtige pastorale Aufgaben in den Pfarren und Dekanaten zu übernehmen. Auch für Laientheologen taten sich neue Berufsfelder auf. Die Einrichtung einer Betriebsseelsorge hingegen zielte auf eine Entspannung im Verhältnis von Kirche und Arbeitswelt. Viele der Neuerungen wurden in der Diözesansynode konkretisiert, bei der Bischof Zak den Laien breiten Raum zur Mitsprache und Mitentscheidung einräumte. Auf territorialer Ebene brachte vor allem die Einführung der Pfarrgemeinderäte ein Mehr an Anerkennung der Laienmitarbeit. Dabei wagte Bischof Zak in mancherlei Hinsicht eine Vorreiterrolle, wobei ihm der Erfolg recht gab.
Wenngleich nicht alles, was während seiner Regentschaft erreicht wurde, sein alleiniges Verdienst war, so trug er doch die Letztverantwortung und schaffte durch die sorgfältige Auswahl seiner engsten und wichtigsten Mitarbeiter die entscheidenden Voraussetzungen. Unzähliges wäre noch zu nennen aus der 30jährigen Amtszeit.
Katholikentag, Glaubensseminare im Medienverbund, Diözesanjubiläum, Papstbesuche in Wien und Lorch, Umgestaltung der Erstkommunion- und Firmvorbereitung, Einführung der Fastenaktion, Weltgebetstag um die Einheit der Christen und andere ökumenische Bemühungen, Sozialhirtenbrief und Sozialaktionen, Initiativen für gesellschaftliche Randgruppen sowie Hilfsaktionen für Notleidende im In- und Ausland. Alles Aktivitäten, die teilweise zwar auch von Mitarbeitern der Katholischen Aktion und anderen engagierten Laienchristen initiiert wurden. Aber hätte Bischof Zak nicht immer wieder angeregt, ermutigt oder zugestimmt, wäre vieles davon nie verwirklicht worden.
In dieser Stunde des Abschieds ist es aber eher angebracht, Dank zu sagen. Dank für alle Unterstützung und Wertschätzung der Laienmitarbeit. Dank für die Umgestaltung der diözesanen Ortskirche zu einem lebendigen Miteinander als Volk Gottes, Dank für die Erhaltung der Einheit trotz der Ermöglichung der Vielfalt und schließlich Dank für die oft bewiesene Toleranz gegenüber gegensätzlichen Ansichten.
Gott allein kann werten, was gut an ihm war. Wir aber, die Laien und Mitarbeiter der Katholischen Aktion, verneigen uns demütig vor der menschlichen Größe unseres verstorbenen emeritierten Diözesanbischofs und wollen seiner immer wieder in dankbarem Gebet gedenken.